30 Jahre Qualität und Sicherheit aus dem Herzen Deutschlands

Technische Überwachung hat in Thüringen eine lange Tradition. Schon 1866 bildeten sich die ersten Vereine für die Überwachung von Dampfkesseln und widmeten sich einem Problem, an dem sich bis heute nichts geändert hat: Technische Anlagen benötigen professionelle Überwachung, wenn von ihnen keine Gefahr für die Gesundheit von Menschen und den Erhalt der Umwelt ausgehen soll. Der in seiner heutigen Form am 27. April 1990 gegründete TÜV Thüringen verfolgt dabei noch immer die gleichen Ziele wie seine Vorgänger-Organisationen: Seit 30 Jahren stehen Qualität und Sicherheit im Mittelpunkt unseres Handelns.

Der Schutz von Gesundheit, Besitztümern und Umwelt ist für uns eine zeitlose Herausforderung, die in guten und schlechten Zeiten jeden Einsatz rechtfertigt. Der TÜV Thüringen ist dabei nicht nur ein Bewahrer von Tradition und Technik, sondern auch Partner und Treiber von Innovationen, die neue technische Möglichkeiten in den Alltag der Menschen bringen. Hierfür sind unsere 1.100 Mitarbeiter, deren Kompetenz von über 150 Akkreditierungen, Zulassungen und Zertifizierungen auf nationaler und internationaler Ebene bestätigt wird und die mit Sachverstand und Akribie auf die Sicherheit achten, unersetzlich. Denn durchsetzen und etablieren können sich Innovationen nur, wenn sie sicher sind und weder den Menschen noch seine Umwelt gefährden.

In seinem Jubiläumsjahr sieht sich auch der TÜV Thüringen mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Doch auch wenn die Corona-Pandemie für sich betrachtet eine völlig neue Entwicklung darstellt, ist ein auf Risikomanagement spezialisiertes Unternehmen wie unseres ein Teil der Lösung für aktuelle und kommende Probleme und Fragestellungen. Im Angesicht einer Pandemie wird betrieblicher Infektionsschutz für viele Unternehmen zu einer existenziellen Frage: Nur mit gut durchdachten Prozessen und krisenerprobten Strategien können die Auswirkungen auf die Geschäftsfähigkeit eingedämmt und kontrolliert werden. Der TÜV Thüringen steht hierbei mit Rat und Tat zur Seite und stärkt damit nicht nur die Sicherheit seiner Kunden, sondern bestätigt die professionelle Krisenvorbereitung und damit die Vertrauenswürdigkeit eines Unternehmens im Pandemiefall auch gegenüber Dritten glaubhaft.

Denn eines ist in 30 Jahren weltweit zur Gewissheit geworden: Auf das Urteil des TÜV Thüringen ist Verlass. Als unabhängige Instanz haben wir unzählige Produkte und Anlagen geprüft, Unternehmen zertifiziert und Menschen ausgebildet. Auch wenn die Bandbreite dabei längst von Bits und Bytes über menschliche Qualifikationen bis hin zu hunderte Tonnen schweren Maschinen reicht, bleibt eines immer gleich: Wenn wir analysieren, ausbilden, begutachten, informieren, kalibrieren, messen, prüfen oder zertifizieren, steht unser Name für Qualität und Sicherheit aus dem Herzen Deutschlands.

In 30 Jahren ist zu viel passiert, um hier und heute auf jedes einzelne Ereignis einzugehen. Einige Highlights aus den letzten drei Jahrzehnten wollen wir dennoch gesondert erwähnen:

Die ersten Schritte: Von Anfang an sicher unterwegs

Wenige Monate nach dem Fall der Mauer gründeten Thüringer Unternehmer am 27. April 1990 in Erfurt den TÜV Thüringen in seiner heutigen Form. Der Verein sollte den Unternehmen die Sicherheit verschiedenster Anlagen bestätigten. Das Arbeitsgebiet für die anfangs 93 Sachverständigen umfasste Anlagen aus den Bereichen Dampf- und Drucktechnik, Fördertechnik und Elektrotechnik. Erster Vorstandsvorsitzender des TÜV Thüringen e.V. wird Dieter Födisch, der es bis zur Jahrtausendwende bleibt. Noch im August eröffnet die erste mobile Fahrzeugprüfanlage und wird zum Anlaufpunkt unzähliger Trabant- und Wartburg-Fahrer, ab September berechtigt die amtliche Anerkennung als Überwachungsorganisation zur Durchführung der Kfz-Hauptuntersuchung.

Vielseitig spezialisiert: Schritt für Schritt zum heutigen Angebotsportfolio

Etliche Zulassungen wie die Anerkennung als Technische Überwachungsorganisation oder die amtliche Anerkennung der medizinisch-psychologischen Untersuchungsstelle legten in den frühen 90er Jahren den Grundstein für die unabhängige Tätigkeit des TÜV Thüringen. Zur gleichen Zeit gründeten sich die ersten Gesellschaften des TÜV Thüringen, um spezialisierte Dienstleistungen neben den hoheitlichen Aufgaben anbieten zu können. So starteten 1991 die TÜV Akademie und der Vorläufer der heutigen TÜV Thüringen Anlagentechnik in den Markt. Ab 1993 kam die Fahrzeug GmbH hinzu. Weitere Bereiche wie die Prüfstelle für Gerätesicherheit oder die Zertifizierungsstelle für QM-Systeme nahmen ihre Arbeit auf.

Bei uns kennt Sicherheit keine Grenzen

Dass Sicherheit weit über die Grenzen Thüringens und Deutschlands hinaus gefragt ist, stand für uns nie zur Debatte. Schon 1993 gründet der TÜV Thüringen sein erstes Joint-Venture in Litauen, wenig später folgen Gründungen und Beteiligungen in Polen, Weißrussland, der Republik Moldau und Russland. Unter Bernd Moser, dem zweiten Vorstandsvorsitzenden des TÜV Thüringen e.V., wird die Internationalisierung ab dem Jahr 2000 mit Gesellschaften in Rumänien, Bosnien-Herzegowina und Italien fortgesetzt. Seit dem 1. Januar 2013 steht Volker Höhnisch an der Spitze des Unternehmens. Er setzt den Trend mit neuen Gesellschaften in der Schweiz, der Ukraine und China konsequent fort.

Ein starkes Netzwerk als mitteldeutsches Kompetenz-Zentrum

Der TÜV Thüringen e.V. bündelt die Kompetenzen von fast 300 namhaften Unternehmen, Instituten, Vereinen und Behörden aus Thüringen, Deutschland und der Welt. Seite an Seite mit unseren aktiven Mitgliedern besprechen wir regelmäßig Chancen und Risiken, tauschen Erfahrungen aus und arbeiten in ausgewählten Projekten zusammen. Die Bündelung von Fachwissen und Expertise verschiedenster Branchen zeigt regelmäßig, wie nützlich eine konzentrierte Zusammenarbeit für alle Beteiligten sein kann. So stärkt unser Netzwerk den Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland.

Traditionsunternehmen ZPR Blankenstein war eines der Gründungsunternehmen des TÜV Thüringen und ist seit 30 Jahren Mitglied

Foto: Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH (ZPR)

Wie kaum ein anderer Rohstoff zählt Holz seit Jahrtausenden zu den wichtigsten Baumaterialien der Menschheit. Dass Holz extrem vielseitig ist und noch viel mehr kann, zeigt sich aber auch jetzt während der Corona-Pandemie: Es ist das Ausgangsmaterial für Zellulose und findet sich in unzähligen Hygiene-Produkten von Taschentüchern über Toilettenpapier bis hin zu Schutzmasken. Eine der modernsten Zellstofffabriken Europas befindet sich im thüringischen Blankenstein an der Grenze zu Bayern: Die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH (ZPR) kann auf eine mehr als 130-jährige Firmengeschichte zurückblicken. Bereits 1883 nahm das damals unter dem Namen „Wiedes Papierfabrik Rosenthal“ firmierende Holzverarbeitungswerk seine Produktion auf. In der Nachkriegszeit wurde der Betrieb zunächst enteignet und dann als planwirtschaftlicher VEB fortgesetzt. Mit der Wende kam wie für viele andere ostdeutsche Unternehmen der Neuanfang. Zwar wurde das Zellstoffwerk erst in den 70er Jahren mit einer großen Investition erweitert, dennoch mussten die Anlagen über Nacht den neuen Umweltstandards und Vorschriften der Bundesrepublik gerecht werden. Schnell wurde den Verantwortlichen klar, dass es für eine sichere Produktion und hohe Verfügbarkeit nicht nur sicherheitstechnische Konzepte brauchte, auch ein zuverlässiger Partner für die Anlagenprüfung war für einen gefahrlosen Betrieb unabdingbar. Das damalige staatliche Amt für technische Überwachung, das diese Aufgabe bis dahin übernahm, existierte formal nicht mehr. Es bedurfte einer technischen Überwachungsorganisation nach bundesdeutschem Vorbild. So kam es, dass Unternehmer wie die Verantwortlichen bei ZPR am 27.04.1990 den TÜV Thüringen gründeten. Das gemeinsame Ziel war der sichere Betrieb ihrer Anlagen und damit das Abwenden von Gefahren für Mensch und Umwelt, die von Technik ausgehen können. Seither ist ZPR auch ein Mitgliedsunternehmen des TÜV Thüringen e.V. und Partner der ersten Stunde.

Hansjörg Krieg, damaliger technischer Leiter von ZPR, erinnert sich an die Geburtsstunde des TÜV Thüringen e.V. im April 1990: „Es war für uns alle ein riesiger Umbruch. Keiner wusste damals, wo die Reise hingeht. Wir mussten Anfang der 90er unsere Anlagen an die neuen sicherheitstechnischen Anforderungen anpassen. Viele Unternehmen hatten mit den Altlasten der DDR-Produktion zu kämpfen. Um wettbewerbsfähig zu sein, brauchten wir einen Partner der uns dabei unterstützte, einen gefahrlosen Herstellprozess sicherzustellen. Da war es nur logisch, dass wir bei der Gründung des TÜV Thüringen von Anfang an dabei sein mussten. Es war ein wenig wie in den Anfängen der Industrialisierung, in der die TÜVe entstanden. Wir hatten zwar keine Kesselexplosionen wie am Ende des 19. Jahrhunderts, die Herausforderungen waren aber ähnlich groß. Der neu gegründete TÜV Thüringen konnte auf die fachliche Kompetenz von ausgewiesenen Experten wie Günter Adams oder Dieter Födisch bauen. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich in 25 Jahren als verantwortlicher technischer Leiter die Wendezeit sowohl für mein Unternehmen mitgestalten konnte, als auch von Beginn an im Verwaltungsrat des TÜV Thüringen und später in dessen Präsidium die Geschicke des Vereins mitlenken durfte. Die 30-jährige Zusammenarbeit mit dem TÜV Thüringen kann ich nur als einvernehmlich und als eine Win-win-Situation für beide Seiten bezeichnen.“

Foto: Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH (ZPR)

Heute ist ZPR Teil der US-amerikanischen Mercer-Gruppe, aber am Vertrauen in die Arbeit des TÜV Thüringen hat sich seit über 30 Jahren nichts geändert. „Wir sind nicht nur einer der modernsten Produzenten von Zellulose in Europa, wir übernehmen auch soziale Verantwortung in der Region: als größter Arbeitgeber und vor allem was die Umweltbelange angeht. So  gewinnen wir wertvolle Biochemikalien aus dem Holz, beispielsweise Tallöl. Und wir suchen ständig nach weiteren Lösungen und Innovationen, wie wir das Holz noch nachhaltiger und mit noch größerem Mehrwert einsetzen können“, sagt ZPR-Geschäftsführer Leonhard Nossol. „Neben der Zellstoffproduktion sind wir inzwischen auch der größte Energieproduzent in der Region. In unserer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage stellen wir beträchtliche Mengen an Biowärme und Biostrom her. Ein verantwortungsvoller Umgang mit unserer Umwelt ist Bestandteil unserer Unternehmenspolitik, im ökologischen wie auch im ökonomischen und sozialen Sinne. So sind der Schutz der Natur, die Sicherheit unserer Mitarbeiter und der faire Umgang mit Geschäftspartnern für uns Voraussetzung für den nachhaltigen und langfristigen Erfolg unseres Unternehmens. Unterstützt werden wir dabei durch den TÜV Thüringen: sei es bei der technischen Prüfung unserer Anlagen, bei der Zertifizierung unserer Managementsysteme in Bezug auf Qualität, Umwelt und Energie oder aber bei der Weiterbildung unserer Mitarbeiter in Themen wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Wir werden die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen und gratulieren dem TÜV Thüringen herzlich zu seinem 30-jährigen Jubiläum“, ergänzt Leonhard Nossol.

Seit 30 Jahren untrennbar: Der TÜV Thüringen und seine Mitarbeiter

30 Jahre TÜV Thüringen sind für uns nicht nur ein Unternehmens-Jubiläum: Hinter drei erfolgreichen Jahrzehnten stehen die Geschichten hunderter Mitarbeiter, von denen viele seit der Gründung für den TÜV Thüringen tätig sind – und manche sogar noch länger. Stellvertretend für eine ganze Riege langjähriger Kollegen wollen wir an dieser Stelle die Geschichten von drei Mitarbeitern erzählen, für die der TÜV Thüringen viel mehr als nur ein Arbeitgeber ist: Wir sind ein verlässlicher Partner, auf den sich unsere langjährigen ebenso wie unsere neuen Mitarbeiter in guten wie in schlechten Zeiten verlassen können.    

Vom Dampfkessel bis zum Gefahrgut – Wolfgang Vater ist von Anfang an dabei

Ohne kluge und engagierte Köpfe wären die ersten 30 Jahre TÜV Thüringen mit Sicherheit anders verlaufen. Sachverständige wie Wolfgang Vater sind es, die die Erfolgsgeschichte unseres Unternehmens geschrieben haben. Der heute 64-jährige Sachverständige für Dampf- und Drucktechnik hatte bereits im Juni 1989 im damaligen Staatlichen Amt für Technische Überwachung seinen beruflichen Werdegang begonnen. Sein Vater Hans-Georg war am 27.04.1990 im Panorama-Hotel zu Oberhof bei der Gründung des TÜV Thüringen dabei. Mit der Gründung des eingetragenen Vereins wurde das Unternehmen auch für Wolfgang Vater zur beruflichen Heimat, die er nie wieder verlassen hat. Eine der großen Herausforderungen in der damaligen Wendezeit war es, sich in teilweise völlig neue Technik einzuarbeiten. 

Zudem mussten sich Vater und seine Kollegen mit den Besonderheiten der bundesdeutschen Vorschriften und Normen vertraut machen. Inzwischen verfügt er über nahezu alle Zulassungen im Bereich der Dampf-Druck-Technik: Egal ob Dampfkessel, Kälteanlagen oder Druckbehälter, Wolfgang Vater prüft jede Anlage mit Sachverstand und Akribie. Über die Jahre hat er sich als Experte für Gefahrguttransporte beim TÜV Thüringen etabliert: Sein Wissen und seine Erfahrung sorgen nicht nur auf der Straße für den sicheren Transport gefährlicher Güter, auch ortsbewegliche Tanks auf der Schiene und auf hoher See sind bei ihm in guten Händen. Sein Wissen und die Erfahrung teilt Wolfgang Vater gern mit Kollegen, gerade auch mit jüngeren. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er beim TÜV Thüringen neu eingestellte Kollegen zu Sachverständigen für Dampf- und Drucktechnik ausbildet. Rückblickend erinnert sich Vater gern an seine ersten Inbetriebnahmeprüfungen an modernen Dampfkesselanlagen, die in den 90er-Jahren von Braunkohle und Schweröl auf Heizöl und Erdgasfeuerung umgestellt wurden.

Damit andere Spaß haben können – Steffen Neul prüft Spielplätze und Freizeitanlagen

Spielplätze, Wasserrutschen oder Basketball-Anlagen sind das Revier von Steffen Neul. Der 53-jährige gelernte Werkzeugmacher hat nach dem Sammeln erster Berufspraxis Maschinenbau studiert und im Anschluss direkt in der Prüfstelle für Gerätesicherheit des TÜV Thüringen als Techniker angefangen. Zu Beginn kümmerte sich Neul noch um Prüfaufbauten für diverse Produktprüfungen, wobei die zahlreichen Vorgaben der Normen für Spielplatzgeräte, Spielzeuge, Schlitten oder Kinderwagen noch relativ einfach umzusetzen waren. Ganz anders sah es bei diversen Exoten aus, die sich um eines der begehrten Prüfsiegel des TÜV Thüringen bemühten. Das wohl ungewöhnlichste Sportgerät in Steffen Neuls bisheriger Karriere war ein selbstkonstruierter Katamaran, bei dem zwei Surfbretter als Schiffsrumpf dienten. Wirklich durchgesetzt hat sich die Erfindung trotz geprüfter Sicherheit jedoch nicht. Auch mit Kinderzimmer-Promis hat Neul in den letzten Jahren Bekanntschaft gemacht: Bernd das Brot als Kinderzimmerlampe oder der auf dem Erfurter Anger platzierte blaue Elefant aus der Sendung mit der Maus mussten sich vor ihrem Dienstantritt den strengen Prüfungen im Arnstädter GS-Labor unterziehen.

Dass Eintönigkeit beim TÜV Thüringen ein Fremdwort ist, zeigt sich auch an der Entwicklung des Arbeitsfelds von Steffen Neul. Als qualifizierter Spielplatzprüfer und befähigte Person für Sportgeräte betreut er heute Betreiber von Sport-, Spiel- und Freizeitanlagen. Die Arbeit an der frischen Luft wird nie langweilig, denn kaum eine Anlage gleicht der anderen. Zwar hat sich gerade in den letzten Jahren in Sachen Digitalisierung bei der Prüfbescheinigung viel getan, die Prüfung vor Ort kann die Technik aber noch nicht ersetzen. „Man muss beim Durchklettern der Spielgeräte hineinspüren, hören und fühlen. Das können Drohnen & Co. nicht“, meint Neul. Neben Rutschen auf Spielplätzen oder Wasserrutschen in Frei- und Schwimmbädern führt es Steffen Neul einmal im Jahr auch zu einer der wohl spektakulärsten Rutschen Deutschlands: Die Tunnelrutsche im Erlebnisbergwerk Sondershausen ist in einem ehemaligen Bohrloch etwa 600 Meter unter Tage angelegt und auch für den erfahrenen Prüfer immer wieder ein besonderes Erlebnis.

Wiedervereinigung auf der Straße – Achmed Leser ist Fahrzeugexperte durch und durch

Mit der Wendezeit wurde es bunter auf Ostdeutschlands Straßen. Neben Trabi, Wartburg und Lada tauchten zunehmend Westautos im Straßenbild auf. Mit der ersten D-Mark verwirklichten sich viele Ostdeutsche einen Traum – das eigene Auto. Einsteigen und Losfahren war die Devise: Schluss mit jahrzehntelangen Wartezeiten. Doch die neu gewonnene Freiheit war nicht sonderlich dienlich für die Verkehrssicherheit, denn viele der Gebrauchten aus dem Westen entpuppten sich als Blender. Achmed Leser hat diese Zeit an der mobilen Prüfanlage an der Erfurter Thüringenhalle aktiv miterlebt und in lebhafter Erinnerung. Der Diplom-Ingenieur für Kraftfahrzeugtechnik begann am 3. November 1990 seine Ausbildung zum Prüfingenieur beim frisch gegründeten TÜV Thüringen. In dieser Zeit prüfte er unzählige Trabis, die über Nacht zum TÜV mussten. Und natürlich auch die "neuen Gebrauchten" aus dem Westen. Doch oftmals waren die Trabis besser in Schuss als die rasch gekauften Westautos. Außen hui und innen pfui, so das häufige Urteil der Prüfer. Selbst durchrostete Fahrzeuge waren damals keine Seltenheit. Nach der Ausbildung wurde Achmed Leser am 1. März 1991 beim TÜV Thüringen eingestellt und begann noch im selben Jahr seine Ausbildung zum  Schadengutachter. Bis 2001 begutachtete er parallel zur Prüfung von Fahrzeugen im Rahmen der Hauptuntersuchung Unfallfahrzeuge. 

Ab 2001 verantwortete er den Bereich Schaden- und Wertgutachten und restrukturierte diesen zu einer wichtigen Säule der TÜV Thüringen Fahrzeug GmbH & Co. KG. Leser kann viele Anekdoten aus der Anfangszeit erzählen. Der Trick mit der Freundin, die den reparaturbedürftigen Wagen zur HU bringt und dem Prüfer schöne Augen macht, funktionierte aber schon damals nicht. Inzwischen ist Achmed Leser meist als Experte für kaputtes Blech im Einsatz, aber auch historische Fahrzeuge gehören zu seinem Metier. Er organisierte die technischen Abnahmen bei Oldtimerfahrten des ADAC oder erstellt selbst H-Gutachten für Oldtimer. Gut erinnern kann er sich an den Scheunenfund eines EMW 327 Cabrio, dessen Wert nach der Restaurierung auf über 100.000 Euro begutachtet wurde. Über die Jahre hat sich auch in Sachen Technikausstattung etwas getan. Waren es früher Bewertungsbögen und Listen, werden die Gutachten heute über automatisierte Systeme erstellt. Aufgrund der höheren Individualisierung der Fahrzeuge, lässt sich der Wert eines Autos heute nicht mehr einfach anhand von Modell, Baujahr und Laufleistung bestimmen. Bei den Schadengutachten sind moderne Fehlerauslesegeräte und ein Karosserievermessungssystem längst standard. Zu den eher ungewöhnlichen Prüfungen in fast 30 Jahren TÜV Thüringen zählen die Prüfungen von Flößen auf der Werra oder ein Gutachten über die Befahrbarkeit eines neuen ICE-Tunnels für Rettungsfahrzeuge.

Wir sind bereit für die nächsten 30 Jahre!

Mitarbeiter wie Wolfgang Vater, Steffen Neul und Achmed Leser sind das Fundament des TÜV Thüringen. Sie sind bei weitem nicht die einzigen Kollegen, die unserem Unternehmen seit 30 Dienstjahren die Treue halten und Tag für Tag daran arbeiten, dass jede Prüfung höchsten Ansprüchen genügt. Vom gleichen Anspruch wird auch die Arbeit all ihrer Kollegen getragen, egal wie kurz oder lang sie schon Teil unserer Familie sind. Deshalb steht für uns fest: Sicherheit hat beim TÜV Thüringen nicht nur Tradition, sondern auch Zukunft! Gemeinsam mit unseren Kunden freuen wir uns schon jetzt auf die nächsten 30 Jahre, in denen wir erneut unzählige Privatkunden und Unternehmen mit ihren Maschinen, Produkten, Innovationen und Fahrzeugen begleiten werden. Das Wichtigste bleibt dabei, dass unser Name auch in Zukunft verlässlich für Qualität und Sicherheit aus dem Herzen Deutschlands steht.

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