Relativ hohe Temperaturen, landesweit viel Niederschlag und in vielen Regionen sogar schwere Hochwasserereignisse: Das feuchtwarme Wetter in diesem Jahr bietet Mücken besonders gute Lebensbedingungen und führt in einigen Gebieten zu regelrechten Plagen. Viele Bundesbürger:innen greifen daher auf verschiedene Produkte zurück, um sich vor Stechmücken zu schützen. „Neben Mückensprays und Insektenfallen kommen elektrische Mückenkiller zum Einsatz. Diese Geräte sind jedoch nicht ungefährlich und belasten die Umwelt“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. „Elektrische Mückenkiller funktionieren mit einem Hochspannungsgitter oder Insektiziden. Die Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltaspekte solcher Geräte sollten daher nicht vernachlässigt werden.“ Der TÜV-Verband gibt Hinweise, worauf Verbraucher:innen achten sollten.  

Elektrische Mückenkiller in verschiedenen Modellen

Die gängigsten elektrischen Insektenvernichter sind Insektenlampen mit UV-Licht, elektrische Fliegenklatschen und Mückenstecker. Die Geräte mit UV-Licht bestehen aus einer Leuchtstoffröhre, die Insekten anlocken, und einer Fangvorrichtung. Es lassen sich zwei Fangmethoden unterscheiden: Es gibt Modelle mit einer Klebefolie und solche mit einem Hochspannungsgitter. Fliegen die Insekten in das Licht, werden sie entweder an einer Folie festgeklebt oder es wird ein starker Stromschlag ausgelöst, wenn sie die Stromdrähte berühren. 

Eine elektrische Fliegenklatsche sieht einem Tennisschläger ähnlich und funktioniert ebenfalls mit einem Hochspannungsgitter. Wenn der Schalter gedrückt und gehalten wird, entwickelt sich zwischen zwei Elektroden eine Hochspannung von etwa 1.000 Volt. Im Vergleich zu den Insektenlampen, die eher als Fallen fungieren, kann man mit einer elektrischen Fliegenklatsche proaktiv auf Mückenjagd gehen.  

Mückenstecker sind meist mit einem Ultraschallpiepser oder Biozidverdampfer ausgestattet und werden direkt in eine Steckdose eingesetzt. Laut Hersteller senden die Geräte Töne im Hochfrequenz- oder Ultraschallbereich aus und sollen so Mücken vertreiben. Allerdings gibt es große Zweifel, dass die Geräte tatsächlich wirksam sind. Biozidverdampfer verströmen ein Insektizid, an dem die Mücken sterben sollen. Auch hier ist Vorsicht geboten, denn die meisten Modelle setzen auf die Wirkstoffe Prallethrin oder Transfluthrin, die beim Einatmen als Aerosol auch für Menschen mäßig giftig sind. Der Einsatz kann laut Umweltbundesamt daher nicht uneingeschränkt empfohlen werden. Auch die Hersteller selbst warnen und geben Erste-Hilfe-Hinweise: Kindern oder empfindliche Personen sollten den Stoffen nicht ausgesetzt werden. Auf keinen Fall sollten die Geräte dauerhaft oder in schlecht belüfteten Räumen genutzt werden.

Sicherheitsaspekte von elektrischen Mückenkillern 

Bei Insektenlampen und Fliegenklatschen sollten Verbraucher:innen vor allem auf die elektrische Sicherheit achten. Bei Geräten für den Hausgebrauch, deren Bemessungsspannung nicht mehr als 250 Volt beträgt, gelten die besonderen Anforderungen der Norm DIN EN 60335-2-59. Darin sind auch Anforderungen für die Sicherheit „schutzbedürftiger Personen“ und Kinder berücksichtigt. Verbraucher:innen sollten beim Kauf auf eine CE-Kennzeichnung achten. Damit bestätigen Hersteller, dass die gekennzeichneten Waren gemäß der geltenden EU-Richtlinien produziert wurden. Bessere Orientierung bieten Prüfzeichen wie das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit und die TÜV-Prüfsiegel, die häufig in Kombination vorkommen. 

Darüber hinaus ist es ratsam, Insektenlampen oder elektrische Fliegenklatschen mit einem dichten Schutzgitter zu erwerben. Andernfalls kann es zu schmerzhaften Stromschlägen kommen.  „Gerade in Haushalten mit Kindern ist ein Schutzgitter wichtig, damit Kinder nicht aus Neugier mit ihren Fingern oder Gegenständen in das Gerät langen können“, sagt Bühler. „Generell sollten elektrische Mückenkiller immer außer Reichweite von Kindern verwendet und aufbewahrt werden.“ Darüber hinaus sollten Insektenlampen möglichst bruchsicher sein. Eine spezielle FEP-Beschichtung (Fluor Ethylen Propylen) kann verhindern, dass Glassplitter in die Umgebung gelangen, wenn die Lampe bricht. 

Nachhaltiger Mückenschutz als Alternative

Aus Sicht des TÜV-Verbands sollten Verbraucher:innen beim Schutz vor Mückenstichen die Umweltwirkungen solcher Geräte beachten. „Neben Mücken töten Insektenlampen auch nützliche oder sogar geschützte Insektenarten, die vom UV-Licht angezogen werden“, sagt Bühler. Laut Bundesartenschutzverordnung ist das Anlocken, Fangen und Töten von besonders geschützten Tieren mit künstlichen Lichtquellen oder elektronischen Geräten verboten. „Insektenlampen dürfen nur in Innenräumen verwendet werden“, betonte Bühler. „Dennoch werben einige Hersteller mit dem Einsatz ihrer Produkte im Freien.“  

Verbraucher:innen können sich mit einfachen Mitteln vor Mückenstichen schützen. Insektennetze, spezielle Insektentüren oder Vorhänge verhindern, dass die Tiere ins Haus oder in die Wohnung gelangen. Stehendes Wasser ist eine ideale Brutstätte für Mücken. Deshalb ist es empfehlenswert, Regentonnen abzudecken, Untersetzer von Blumentöpfen zu leeren und offenes Wasser im Garten regelmäßig zu tauschen. Wer Pflanzen wie Tomaten oder Minze anbaut, die durch ihren Duft Mücken vertreiben, oder den Fressfeinden der Mücken wie Vögel und Spinnen einen freundlichen Lebensraum bietet, hat auch weniger Probleme mit Mücken. Sinnvoll gegen Mücken ist es außerdem, helle weite Kleidung zu tragen, weil weiße Textilien weniger anziehend als dunkle auf die Mücken wirken. Ist die Kleidung zu dünn oder zu eng, kann ein Stich trotzdem durch den Stoff erfolgen. Körperteile mit dünnerer Haut wie der Hals, die Hand- und Fußgelenke sollten gut abgedeckt werden.