In Deutschland wechseln mehr als doppelt so viele Gebrauchtwagen den Besitzer, als Neuwagen verkauft werden. Für Käufer und Verkäufer gilt es, einiges zu beachten. Der TÜV Thüringen rät bei Zweifeln, eine Expertenmeinung hinzuzuziehen. Der Kauf beim Händler bietet den Vorteil der Gewährleistung.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland etwa 7,4 Millionen Gebrauchtwagen verkauft. Dem stehen gerade einmal 3,35 Millionen verkaufte Neuwagen gegenüber. Zirka jeder dritte Gebrauchte wechselt dabei von privat zu privat den Besitzer. Etwa jeder Fünfte wurde bei freien Händlern erworben. Mehr als 40 % der Gebrauchtfahrzeuge setzten inzwischen die Markenhersteller ab. Der durchschnittliche Gebrauchte ist laut DAT-Report 2016 im Schnitt 6,2 Jahre alt, hat zirka 74.000 km auf dem Tacho und kostet 10.620 Euro.

Möglichst volle Hütte, wenig Kilometer und nur einen Vorbesitzer – Käufer von Gebrauchtwagen haben oft hohe Ansprüche an den neuen Gebrauchten. Doch wie gut ist er? Stimmt der angegebene Kilometerstand, handelt es sich um einen reparierten Unfallwagen, gibt es versteckte Mängel oder einen Wartungsstau? All diese Fragen sollten sich Käufer im Vorfeld der Vertragsunterzeichnung stellen.

Tachomanipulationen sind strafbar und dennoch keine Seltenheit auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Durch die Tricksereien wollen die Betrüger den Wiederverkaufswert der Fahrzeuge steigern. Fahrzeuge, bei denen das Serviceheft fehlt, stellen sich oftmals als Blender heraus. „Verkäufer, die zu ihrem Fahrzeug kein Serviceheft vorweisen können, haben in aller Regel etwas zu verbergen. Von solchen Fahrzeugen sollten Käufer lieber die Finger lassen“, rät Schaden- und Wertgutachter Achmed Leser vom TÜV Thüringen. Ein stark abgenutzter, durchgewetzter Fahrersitz oder ein abgegriffenes Lenkrad bei weniger als 100.000 km Fahrleistung deuten auf eine mögliche Tachomanipulation hin.

Egal, ob beim Kauf von privat oder vom Händler, das Wichtigste ist, dass sich das Fahrzeug in einem sicheren technischen Zustand befindet. Aussagen wie „topgepflegt“ oder „wie neu“ stellen sich beim genaueren Hinsehen leider oftmals als Finte heraus. Käufer können zudem kaum einschätzen, ob der geforderte Preis für das Fahrzeug gerechtfertigt ist. Bei hoher Kilometerlaufleistung und vielen Vorbesitzern heißt es, ganz genau unters Blech zu schauen. „Spätestens jetzt sollten Autokäufer professionellen Rat hinzuziehen. Gerade versteckte Mängel aufgrund von schlecht reparierten Unfallschäden oder vernachlässigter Wartung können Laien auf den ersten Blick nur schwer erkennen“, so Leser. Der TÜV Thüringen bietet ein Gebrauchtwagenzertifikat an, welches neben dem optischen Zustand auch die wichtigsten technischen Parameter des Fahrzeugs unter die Lupe nimmt.

Der Kauf beim Händler bietet den Vorteil der Gewährleistung. Allerdings fallen nicht alle auftretenden Mängel auch unter die vom Händler zu leistende Gewährleistung. Normaler Verschleiß ist ausgeschlossen. Der liegt üblicherweise dann vor, wenn einzelne Fahrzeugteile einer stärkeren Abnutzung als das Gesamtfahrzeug unterliegen und in bestimmten Abständen regelmäßig erneuert werden müssen. Sachmängel sind hingegen innerhalb der Gewährleistungsfrist, in der Regel von 1 Jahr, auf Kosten des Händlers zu beheben. Beim Privatkauf ist die Gewährleistung in der Regel ausgeschlossen, dennoch haftet der Verkäufer, wenn er bewusst Falschangaben beispielsweise zum Kilometerstand oder zur Unfallfreiheit des Fahrzeugs gemacht hat.

Wer seinen Wunschgebrauchten gefunden hat, sollte bei der Kaufabwicklung noch einige Dinge beachten: Wann ist die nächste Hauptuntersuchung fällig? Sind alle Dokumente wie Fahrzeugpapiere, Serviceheft, Wartungs- und Reparaturrechnungen sowie TÜV-Prüfbescheinigungen vorhanden? Stimmt die Fahrgestellnummer mit den Unterlagen überein? Sind die Fahrzeugschlüssel komplett vorhanden? In jedem Fall müssen Kilometerstand, verbaute Extras sowie eventuelle Unfallschäden im Kaufvertrag aufgeführt werden. Im Vorfeld sollte unbedingt eine Probefahrt vereinbart werden.    

TÜV Thüringen – Mit Sicherheit in guten Händen!

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