Technische Anlagen in Gewerbe und Industrie in Mitteldeutschland sind auf einem hohen Sicherheitsniveau. Das geht aus dem Anlagensicherheits-Report des TÜV Thüringen hervor, der am 27. November 2018 bei der jenawohnen GmbH vorgestellt wurde. Dieser hohe Sicherheitsstandard beispielsweise bei Aufzügen oder Druckanlagen ist maßgeblich auf verantwortungsbewusste Betreiber und die unabhängigen Prüfungen durch zugelassene Überwachungsstellen zurückzuführen.   

Die strikte Trennung von Betreiberverantwortung, regelmäßiger Wartung und unabhängiger Prüfung ist der Grundpfeiler des hohen Sicherheitsniveaus von technischen Anlagen in Deutschland. Den gesetzlichen Rahmen für die Prüfungen an sogenannten überwachungsbedürftigen Anlagen wie Aufzügen, Dampfkesseln, Druckanlagen oder explosionsgefährdeten Anlagen bildet die Betriebssicherheitsverordnung
(BetrSichV). Diese Anlagen werden dazu wiederkehrend oder vor Inbetriebnahme durch Sachverständige einer dafür zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) wie dem TÜV Thüringen geprüft. Bei den wiederkehrenden Anlagenprüfungen stellen die Sachverständigen immer wieder auch gravierende Mängel fest, die ohne die Prüfungen nicht aufgedeckt worden wären. Der Anlagensicherheits-Report des TÜV Thüringen wertet die Prüfungen an nahezu 10.000 Aufzügen und zirka 20.000 Dampfkesseln und Druckanlagen in Mitteldeutschland aus.

Jeder siebte Aufzug mit sicherheitserheblichen beziehungsweise gefährlichen Mängeln – Sichere Aufzüge sind an der Prüfplakette erkennbar

Aufzüge werden täglich von Millionen Menschen genutzt und unterliegen daher besonderen Sicherheitsaspekten. Sie müssen reibungsfrei rund um die Uhr funktionieren. Egal ob die Aufzüge von Kindern, Erwachsenen oder Menschen mit Handicap genutzt werden, sie müssen jederzeit gefahrlos bedient werden können. Statistisch gesehen zählen Aufzugsanlagen zwar zu den sichersten Transportmitteln überhaupt, trotzdem bergen gerade diese überwachungsbedürftigen Anlagen Gefahrenpotenziale, die zu folgeschweren Unfällen führen können. Die Angst, abzustürzen oder steckenzubleiben, fährt bei den Fahrgästen im Unterbewusstsein ständig mit.

Die ZÜS-Sachverständigen des TÜV Thüringen haben im Jahr 2017 an nahezu drei Vierteln (72,6 Prozent) der geprüften Aufzugsanlagen Mängel aufgedeckt. Das ist zwar ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (73,4 Prozent) und erfreulich ist, dass der Anteil der Anlagen mit geringfügigen Mängeln von 61,8 Prozent auf 58,1 Prozent zurückgegangen ist. Dennoch kann hier von einer Trendwende nicht die Rede sein. Denn die Statistik weist bei den Aufzugsanlagen einen merklichen Anstieg der sicherheitserheblichen beziehungsweise gefährlichen Mängel aus. Die Mängelquote kletterte hier von 11,6 auf 14,5 Prozent. Das sind beispielsweise Aufzüge mit defektem Notruf oder bei denen eine Störung der Notrufweiterleitung an die Zentrale vorliegt, Fangvorrichtungen nicht funktionstüchtig sind, Sicherheitsschaltungen versagen oder aber Geschwindigkeitsbegrenzer defekt oder Umlenkrollen beschädigt sind.

Dass es auch besser geht, zeigen verantwortungsbewusste Betreiber wie die jenawohnen GmbH. Die Aufzüge Thüringens größter Wohnungsgesellschaft sind in einem vorbildlichen Zustand. Sie weisen deutlich weniger Mängel als die Gesamtheit der vergleichbaren vom TÜV Thüringen geprüften Aufzugsanlagen auf. Laut Anlagensicherheits-Report haben bei jenawohnen zwei Drittel der Aufzüge (65,3 Prozent) keine Mängel – im Vergleich zu nur 27,4 Prozent mängelfreien Anlagen der vom TÜV Thüringen geprüften Aufzüge insgesamt. Lediglich 34,7 Prozent der Aufzüge hatte geringfügige Mängel. Besonders positiv: An Aufzügen der jenawohnen GmbH gab es vor allem keine sicherheitserheblichen oder gar gefährlichen Mängel.

Seit der Novellierung der Betriebssicherheitsverordnung im Jahr 2015 müssen Aufzugsbetreiber einen Notfallplan vorhalten. Darüber hinaus sind für alle neu errichteten Anlagen Zweiwege-Kommunikationssysteme in der Aufzugskabine vorgeschrieben. Bestandsanlagen müssen damit bis zum 31. Dezember 2020 nachgerüstet werden. Eine Prüfplakette ist inzwischen auch für Aufzüge Pflicht. Diese muss sichtbar in der Kabine angebracht sein. Sie zeigt dem Nutzer Monat und Jahr der nächsten Prüfung sowie die prüfende Stelle an.

Sicherheitsstandards für Druckanlagen besonders hoch

Von Druckanlagen geht ein enormes Gefährdungspotenzial für Mensch und Umwelt aus. Verheerende Dampfkesselexplosionen wie zu Zeiten der ersten industriellen Revolution gehören zum Glück der Vergangenheit an. Dennoch können auch heute immer wieder Havarien geschehen.

Die Ergebnisse der Prüfungen an dampf- und drucktechnischen Anlagen im Jahr 2017 dokumentieren das hohe Sicherheitsniveau in der Industrie. 69,7 Prozent der Anlagen werden vorbildlich betrieben und kamen ohne Mängel durch die Prüfung. Die Mängelquote ist gegenüber dem Vorjahr von 31,2 Prozent auf 30,3 Prozent leicht gesunken. 21,9 Prozent der Druckanlagen hatten dabei geringfügige Mängel. Bei 8,4 Prozent (Vorjahr 9,2 Prozent), also nahezu jeder zwölften Anlage, mussten die ZÜS-Sachverständigen des TÜV Thüringen allerdings erhebliche oder sogar gefährliche Mängel bei der Prüfung feststellen. Solche Mängel können beispielsweise Risse in der Behälterwand, Korrosion, Schweißnahtfehler oder defekte Sicherheitseinrichtungen sein.

Anlagensicherheits-Report – Fazit:

Von technischen Anlagen können bei unsachgemäßem Betrieb oder falscher Bedienung aber auch durch altersbedingten Verschleiß stets Gefährdungen ausgehen. Die technische Sicherheit von Anlagen ist jedoch Voraussetzung für eine weitestgehende Unfallverhütung. Unternehmen und Betreibern kommt dabei ein hohes Maß an Eigenverantwortung zu. Für die Anlagensicherheit ist daher eine wiederkehrende technische Prüfung durch unabhängige ZÜS-Sachverständige Grundvoraussetzung. Nur so kann ein zuverlässiger und gefahrloser Betrieb der überwachungsbedürftigen Anlagen sichergestellt werden.

Der Anlagensicherheits-Report reflektiert den derzeitigen Stand der Technik. Durch die zunehmende digitale Vernetzung industrieller Prozesse verändern sich auch die Anforderungen an Sicherheits- und Prüfkonzepte. Die Bedeutung an die funktionale Sicherheit von Anlagen und Prozessen wird weiter zunehmen. Themen wie Daten- und IT-Sicherheit oder Cybersecurity werden künftig auch bei der Prüfung technischer Anlagen im Fokus stehen.

 

Weiter Informationen sowie der TÜV Thüringen Anlagensicherheits-Report zum Download finden Sie auf der Internetseite:
www.tuev-thueringen.de/unternehmen/presse/anlagensicherheits-report-2018/

TÜV Thüringen – Mit Sicherheit in guten Händen!

Als international tätiges Dienstleistungsunternehmen mit Stammsitz in Erfurt sorgt der TÜV Thüringen für Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit. Dazu sind in den Geschäftsfeldern Anlagen und Produkte, Fahrzeug und Mobilität, Qualifizierung sowie Zertifizierung mehr als 1 000 Mitarbeiter weltweit tätig, davon mehr als 600 in Deutschland. Die Experten, Ingenieure und Sachverständigen des TÜV Thüringen arbeiten zum Vorteil aller Branchen, privater Kunden und der öffentlichen Hand. In Deutschland ist der TÜV Thüringen mit elf großen Standorten in Berlin, Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen sowie mit zahlreichen Kfz-Prüfstationen in Thüringen vertreten.