Viele Motorradfahrer haben ihr Fahrzeug mit einem Saisonkennzeichen zugelassen und freuen sich jetzt auf den Beginn der neuen Saison: Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr werden die Maschinen schnell für eine erste Spritztour nach der langen Winterpause aus der Garage geholt. Bei sonnigem Wetter ist daher bereits Anfang März wieder mit zahlreichen Motorrädern auf unseren Straßen zu rechnen, was von allen Verkehrsteilnehmern bedacht werden muss. Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen warnt übermütige Zweiradpiloten vor Selbstüberschätzung und riskanter Fahrweise, fordert aber auch Autofahrer zur Vorsicht auf: Gegenseitige Rücksichtnahme bleibt oberstes Gebot. Ihr Unfallrisiko sollten Motorradfahrer auch vor dem Hintergrund der Corona-bedingt ohnehin angespannten Situation in den Kliniken kritischer als sonst abwägen und unnötige Risiken auf jeden Fall vermeiden.

Für die ersten Motorradfahrer hat die neue Saison trotz der anhaltenden Corona-Pandemie wieder begonnen. Während einige motorisierte Zweiradfahrer das Krad bei schönem Wetter schon jetzt für den Weg zur Arbeit nutzen, ist das Motorradfahren für viele andere Biker der Inbegriff von Freiheit und dient ausschließlich dem Fahrspaß. Doch gerade jetzt sollten Motorradfahrer abwägen, ob die persönliche Fahrfreude nicht besser zurückgesteckt werden sollte, schließlich ist das Risiko mit einem Motorrad in einen schweren Unfall verwickelt zu werden um ein Vielfaches höher als im Pkw. Vermeidbare Einsätze für Rettungskräfte und Krankhauspersonal sind in Zeiten einer Pandemie wünschenswert.

Wie gefährlich Motorradfahren ist, belegt auch die Verkehrsunfallstatistik. Die Corona-Pandemie hatte zwar insgesamt 2020 einen positiven Einfluss auf das Unfallgeschehen, jedoch werden die Zahlen von Unfallexperten aufgrund des rückläufigen Verkehrsaufkommens als wenig repräsentativ eingeschätzt. So ging auch die Zahl der getöteten Kraftradnutzer um 8,6 Prozent (-51 Getötete) zurück. Allerdings ist das Risiko, als Motorradfahrer bei einem Unfall im Straßenverkehr tödlich verletzt zu werden, nach wie vor um ein Vielfaches höher als bei Autofahrern.

Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen appelliert daher an die gegenseitige Rücksichtnahme und legt Motorradfahrern nahe, behutsam in die Saison zu starten. „Oftmals führen Selbstüberschätzung nach der langen Winterpause oder eine riskante Fahrweise zu folgenschweren Unfällen“, so Leser. „Hinzu kommt, dass Motorradfahrer von anderen Verkehrsteilnehmern oftmals schlichtweg übersehen werden – besonders jetzt nach der Winterpause rechnen viele nicht mit den wieder am Straßenverkehr teilnehmenden Motorradfahrern. Entfernungen und Geschwindigkeiten werden hierbei vom Autofahrer oft verkannt“, gibt der Unfallexperte zu bedenken.

„Kommt es zum Unfall, erleiden Motorradfahrer beziehungsweise deren Soziusfahrer teilweise schwerste Verletzungen oder kommen gar zu Tode“, betont Leser. Er empfiehlt den Zweiradfahrern, sich mit Besonnenheit an das Fahrverhalten ihrer Maschinen heranzutasten. „Das Gefühl für Bremse und Kurvenfahren will nach der langen Pause erst wieder erlernt werden.“ Schlaglöcher und Straßenschäden sind eine zusätzliche Gefahr für Zweiradpiloten, gerade in schlecht einsehbaren Kurven. Umso wichtiger ist es, den Saisonstart gemächlich anzugehen und den Gashahn im Zaum zu halten.

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