Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist 2019 auf einen Wert von 3.059 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 6,6 Prozent oder 218 Menschen weniger, die im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind. Es ist außerdem der niedrigste Stand seit Beginn der offiziell geführten Statistik vor über 60 Jahren. Obwohl die Zahl der gemeldeten Unfälle um 1,9 Prozent auf 2,7 Millionen stieg, ging die Zahl der Verletzten 2019 um 3,0 Prozent auf 384.000 Menschen zurück.  

In Thüringen verunglückten 2019 insgesamt 7.617 Menschen im Straßenverkehr, das entspricht einem deutlichen Rückgang um 13,1 Prozent. Die Zahl der Verkehrstoten sank um 8 auf 92. Mit einem von Durchschnitt von 43 Getöteten je eine Million Einwohner liegt Thüringen weiterhin über dem Bundesdurchschnitt, der 2019 bei 37 lag.

Zu der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2019 sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands (VdTÜV):

"Auf dem Rückgang der Verkehrstotenzahl dürfen wir uns nicht ausruhen. 3059 getötete Menschen im Straßenverkehr sind 3059 zu viel. Mit Blick auf das neue Jahrzehnt erwarten wir von der Bundesregierung ein neues, wegweisendes Verkehrssicherheitsprogramm. Die EU-Kommission hat dabei die Zielrichtung vorgegeben: Eine Halbierung der Zahl der Verkehrstoten und Schwerstverletzten bis zum Jahr 2030. Wir brauchen ein Maßnahmenpaket, das die Verkehrsinfrastruktur, die Fahrzeugsicherheit und das Verkehrsverhalten einschließt. Ganz wichtig ist die Verbesserung der Infrastruktur für den Fahrradverkehr, vor allem in Innenstädten. Ein klarer Rahmen für Alkohol-Interlock-Programme und eine Absenkung der Promillegrenze auf 1,1 für eine verpflichtende MPU können Alkohol- und Drogenfahrten wirksamer verhindern. Zudem sollten Autofahrer im Umgang mit Assistenzsystemen in ihren Fahrzeugen besser geschult werden, um deren Potenzial für die Sicherheit ausschöpfen zu können. Darüber hinaus darf die polizeiliche Verkehrsüberwachung kein Schattendasein mehr fristen. Sie ist ein zentrales und sehr erfolgreiches Mittel der Verkehrssicherheitsarbeit. Die personellen Kapazitäten für diesen Kernbereich der Polizeiarbeit müssen erhöht werden. "