Für viele Biker ist der Weg das Ziel – und da können ein paar Kilometer mehr selten schaden. Wer sich aber mit dem Motorrad auf große Reise begibt, muss bei der Zuladung Minimalismus üben: Die zulässige Gesamtmasse ist schnell erreicht oder gar überschritten, jedes Kilogramm Mehrgewicht kann kritisch sein. Mit dem sich verlagernden Schwerpunkt muss mit einem völlig anderen Fahrverhalten gerechnet werden. Daher kommt es beim Beladen auf die richtige Gewichtsverteilung an. Biker sollten vor der Urlaubsfahrt auch die Fahrwerkseinstellung ihrer Maschine an den Ladungszustand anpassen.

Motorradfahren mit Gepäck, womöglich noch mit Sozius, ist nicht jedermanns Sache. Durch den veränderten Schwerpunkt verhält sich die Maschine in Kurven, beim Beschleunigen und Bremsen völlig anders als gewohnt. Gerade bei Überholvorgängen und beim Abbremsen auf kurvenreichen Passstraßen kann der zusätzliche Ballast zum gefährlichen Mitfahrer werden.

Motorradkenner Christian Heinz vom TÜV Thüringen empfiehlt die Urlaubsfahrt mit dem Motorrad gründlich vorzubereiten und nur das wirklich Nötigste einzupacken. „Hier zählt jedes zusätzliche Kilogramm. Wird das Hinterrad zu sehr belastet, kann es zu Lenkerflattern oder Wheelies kommen, also zum Abheben des Vorderrades. Daher ist es wichtig, das Gepäck nicht nur sicher zu verzurren, sondern auch gut und möglichst seitensynchron zu verteilen“, erklärt Heinz. Der Zweiradexperte empfiehlt, leichtes Gepäck wie Schlafsack oder Isomatte auf dem Heckgepäckträger, Rücksitz oder im Top-Case zu verstauen, schwere Sachen sollen möglichst nah am Motorradschwerpunkt und weit unten platziert werden. Unbedingt ist auf die maximal zulässige Zuladung zu achten. Die kann bei einer Fahrt im Doppelpack schnell erreicht sein und liegt bei vielen Motorrädern bei kaum mehr als 200 Kilogramm. Koffersysteme bieten eine komfortable und sichere Möglichkeit, auf dem Motorrad mit Gepäck zu reisen. Für viele dieser Systeme geben die Hersteller eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern an.

Christian Heinz ist selbst passionierter Motorradfahrer. Seine Tipps, bevor es auf große Fahrt geht, sind: Reifen auf Beschädigungen absuchen, den Reifenluftdruck prüfen und gegebenenfalls anpassen sowie Batterieladezustand, Ölstand und Kettenspannung überprüfen. Ist die Druckstufe der Federbeine einstellbar, sollte diese an den Beladungszustand angepasst werden. „Um festzustellen, ob das Gepäck auf dem Motorrad richtig befestigt und gut verteilt ist, sollte vor Reiseantritt im beladenen Zustand eine kurze Strecke gefahren werden. So merkt der Motorradfahrer schnell, ob an der Beladung noch einmal etwas nachjustiert werden muss“, so Heinz.

TÜV Thüringen – Mit Sicherheit in guten Händen!

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Der TÜV Thüringen steht seit 30 Jahren für Qualität und Sicherheit aus dem Herzen Deutschlands. Wir sind dabei nicht nur ein Bewahrer von Tradition und Technik, sondern auch Partner und Treiber von Innovationen. Hierfür sind unsere 1.100 Mitarbeiter, deren Kompetenz von über 150 Akkreditierungen, Zulassungen und Zertifizierungen auf nationaler und internationaler Ebene bestätigt wird, unersetzlich. Denn durchsetzen können sich Innovationen nur, wenn sie sicher sind und weder Mensch noch Umwelt gefährden. Als unabhängige Instanz haben wir in den letzten 30 Jahren unzählige Produkte und Anlagen geprüft, Unternehmen zertifiziert und Menschen ausgebildet. Auch wenn die Bandbreite dabei längst von Bits und Bytes über menschliche Qualifikationen bis hin zu hunderte Tonnen schweren Maschinen reicht, bleibt eines immer gleich: Wenn wir analysieren, ausbilden, begutachten, informieren, kalibrieren, messen, prüfen oder zertifizieren, steht unser Name zuverlässig und unverrückbar für Qualität und Sicherheit.