Sachverständige der Fachabteilung Sport-Spiel-Freizeit vom TÜV Thüringen haben bei klirrendem Winterwetter die Wasserrutsche im Wellnessbad H2Oberhof unter die Lupe genommen und deren Sicherheit testiert. Für die Oberhofer Freizeit und Tourismus GmbH als Betreiber des Wellnessbads wäre unter normalen Umständen gerade Hochsaison, doch der Corona-bedingte Lockdown zwingt alle Badbetreiber in eine unvermeidbare Pause.

Die Zeit der Schließung lässt der Badbetreiber jedoch nicht tatenlos verstreichen und nutzt sie für erforderliche Wartungen und Instandhaltungen. Unter anderem wurde die jährliche Inspektion an der Wasserrutsche im H2Oberhof Wellnessbad vorgezogen, um nicht zu einem späteren Zeitpunkt für unnötige Unterbrechungen des Badbetriebs zu sorgen. So können mögliche Mängel noch vor dem ersehnten Saisonbeginn abgestellt werden. Gerade abseits vom Publikumsverkehr ist es um ein Vielfaches einfacherer, die Wasserrutschen zu prüfen und nötige Reparaturarbeiten zu erledigen. Bei der Prüfung vertraut das H2Oberhof seit Jahren auf die Kompetenz der Sachverständigen für Sport-, Spiel- und Freizeitanlagen des TÜV Thüringen.

Die Rutschenexperten fühlten der seit 1996 in Betrieb befindlichen Wasserrutsche ganz besonders auf den Zahn: Im Lauf eines Vierteljahrhunderts können in einer Kunststoffröhre Abplatzungen am Material auftreten oder aber Silikonfugen reißen. Hinterlassen solche Fehlstellen scharfe Kanten, könnte das bei den Badegästen zu Schnittverletzungen führen. Um derartige altersbedingte Mängel aufzuspüren, begeben sich die Sachverständigen mit Mundschutz, Stirnlampe und Badehose auf eine Trockenerkundung in die 110 Meter lange Röhre. Penibel wird die gesamte Rutsche nach möglichen Stellen mit Verletzungspotenzial abgesucht. Doch für ihr Alter steht die Wasserrutsche des H2Oberhof verdammt gut da: Letztlich finden die Prüfer nur Kleinigkeiten. Zur Wasserrutscheninspektion gehört darüber hinaus auch eine Prüfung des äußeren Zustands der Rutsche. Zwar erschwerten Schnee und Eiszapfen bei der diesjährigen Inspektion die Prüfung des festen Sitzes der Verbindungen der Rutschenelemente, doch am Ende steht fest: Auch hier wackelt nichts.

Ein weiterer Prüfpunkt ist der Blick ins Unfallbuch, denn so lassen sich mögliche Gefahrenquellen schnell erkennen und können dann genauer untersucht werden. Außerdem achten die Sachverständigen auf die Hinweistafel, die gut sichtbar angebracht sein muss. Darauf müssen die wichtigsten Warnhinweise klar verständlich angegeben und diverse Fragen beantwortet werden: Welche Rutschpositionen sind erlaubt, ab welchem Alter darf die Rutsche benutzt werden und welche Gefahren drohen bei der Nutzung? Beispielsweise kann es in einem kurzen, völlig dunklen Röhrenabschnitt zum völligen Verlust der Orientierung kommen. Doch auch an der Hinweistafel hatten die Experten nichts zu beanstanden, sodass am Ende die Prüfplakette für ein weiteres Jahr angebracht werden konnte. Einem unbeschwerten Rutschvergnügen im H2Oberhof Wellnessbad steht also nichts mehr im Wege – sobald die Badbetreiber die Türen wieder öffnen dürfen.