Sichere Technik ist für den TÜV Thüringen eine Herzensangelegenheit. Bevor ein Produkt seinen Segen erhält, muss es sich unterschiedlichsten Prüfungen stellen – und das passiert nicht selten in Arnstadt. Um künftig noch mehr Tests in Mittelthüringen durchführen zu können, hat der Technische Überwachungsverein kürzlich ein neues Labor im Arnstädter Norden in Betrieb genommen. Mit dem neuen Labor wird nicht nur die Laborfläche verdoppelt, die neuen Räume sind auch geräumiger und höher. So eignet sich das Labor nun auch zur Prüfung von Aufzugskabinen, Hubbühnen und anderem Großgerät. 

Aber schiere Größe und Platz sind nur der Anfang, denn viele Geräteeigenschaften lassen sich nur in speziellen Prüfanlagen untersuchen: Ist das neueste elektrische Spielzeug für die Badewanne wirklich wasserdicht? Verhindern die Dichtungen zuverlässig das Eindringen von Staub? Und wie verhalten sich die Geräte eigentlich bei Hitze oder Kälte? Hält die PKW Hebebühne wirklich die angegebene Belastung? Entspricht die Maschine zum Heben von Personen der geltenden Richtlinie? Funktioniert die Steuerung richtig und befindet sie sich hinsichtlich Safety und Security auf dem neuesten Stand? Dank diverser Anlagen von der Staub- bis zur Klimakammer können die Experten des TÜV Thüringen auch diese Fragen kompetent beantworten.

Neben den Herstellern unterschiedlichster Geräte für den Endverbraucher kommen auch unzählige Unternehmen auf den TÜV Thüringen zu, um ihre Technik überprüfen zu lassen. Wer messen will, bei welcher Belastung Stahlstreben bersten, Hebebühnen versagen oder Schweißnähte reißen, benötigt enorm leistungsfähige Prüfanlagen. Auch wenn bei Belastungstests mit bloßem Auge keine Veränderungen sichtbar sind, können die Materialien gelitten haben. Deshalb schauen die TÜV-Prüfer regelmäßig noch genauer hin – und untersuchen in einer Röntgen-Kammer, wie es unter der intakten Außenhaut aussieht. Zu den Aufgabengebieten der Arnstädter TÜV-Mitarbeiter zählt auch das Kalibrieren von Messgeräten, damit sich die Industrie bei internen Routineprüfungen zur Qualitätssicherung auf die ermittelten Messwerte verlassen kann.

Bei vielen Prüfungen müssen die Geräte nicht nur ihre prinzipielle Funktionalität, sondern auch ihre Ausdauer beweisen: Kinderwagen absolvieren knapp hundert Kilometer auf einer simulierten Holperstrecke, Drehstühle müssen tausendfaches Hinsetzen und Aufstehen überstehen und Tischtennisplatten werden tagelang in kaltem Wasser versenkt, um ihre Outdoor-Fähigkeiten zu testen. Die zunehmende Vernetzung verschiedenster Produkte macht außerdem immer mehr Tests von Safety und Security erforderlich: Entscheidend sind nicht mehr nur die von einem Produkt ausgehenden Gefahren für Mensch und Umwelt, sondern auch der Schutz des Produkts vor Menschen mit kriminellen Absichten. Denn egal ob es um kritische Infrastrukturen oder das neueste Gadget für das private Smart Home geht: durch die Verbindung mit dem Internet entstehen zum Teil völlig neue Sicherheitsrisiken.

Nur wenn alle von einem Zertifikat versprochenen Eigenschaften erfüllt werden, gibt der TÜV Thüringen sein Siegel: „Ohne unsere Hilfe wäre es für den Verbraucher unmöglich, die Sicherheit eines Produkts zu erkennen. Und auch die Unternehmen profitieren, denn oft können die von uns erkannten Schwachstellen behoben werden. Eine Lösung solcher Probleme ist auch im Interesse der Hersteller, die sonst ihre Kunden verärgern würden“, erklärt der Technische Leiter Ralf Linsenbarth.