Die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern im Straßenverkehr steht im Mittelpunkt aktueller Pläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: StVO und Bußgeldkatalog sollen angepasst werden, um die schwächsten Verkehrsteilnehmer besser zu schützen. Dr. DeVol, Leiter des Instituts für Verkehrssicherheit des TÜV Thüringen, begrüßt Teile der geplanten Novelle und gab einem Reporter-Team von MDR aktuell ein Interview.

Höhere Strafen fürs Parken auf Rad- und Gehwegen, Schrittgeschwindigkeit für abbiegende LKW, aber auch deutlich mehr Bußgeld bei Nichtbeachtung der Rettungsgasse – das sind einige der geplanten Maßnahmen des Bundesverkehrsministeriums für eine umfangreiche Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO). Ziel ist die Erhöhung der Verkehrssicherheit. Verkehrspsychologe Dr. Don DeVol vom TÜV Thüringen begrüßt auf der einen Seite die härteren Strafen für gewisse Delikte, erinnert aber andererseits an die Notwendigkeit einer konsequenten Ahndung der Vergehen: Einen positiven Effekt auf das Verhalten der Autofahrer kann die Verschärfung der Strafen nur haben, wenn Verstöße auch effektiv kontrolliert und geahndet werden.

Einige der geplanten Änderungen, etwa für schwere Vergehen wie Behinderung von Rettungskräften, gehen unserem Experten nicht weit genug: „Ich würde es begrüßen, wenn die Frage der der Fahreignung bei solchen Delikten künftig frühzeitiger gestellt werden könnte“, so DeVol im Interview. DeVol befürwortet außerdem den verpflichtenden Einbau von Abbiegeassistenten in LKW, der in der aktuell diskutierten StVO-Reform leider noch nicht enthalten ist. Diese Anforderung an die Serienausstattung von Lkw hätte nach Ansicht des Experten einen viel größeren Effekt als eine kaum flächendeckend kontrollierbare Schrittgeschwindigkeits-Vorgabe beim Abbiegen im innerstädtischen Verkehr.

Der Beitrag zur StVO-Reform lief am 15.08.2019 in MDR aktuell und ist für einige Tage in der Mediathek abrufbar.

www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/video-328320_zc-ca8ec3f4_zs-73445a6d.html

Dr. Don DeVol, Leiter des Instituts für Verkehrssicherheit beim TÜV Thüringen, im Interview.