Skilifte müssen extremsten Witterungsbedingungen standhalten und im Winter bei Schnee, Eis und Kälte unermüdlich ihren Dienst verrichten. Damit die alpinen Wintersportler in den Thüringer Skiregionen unbeschwert die Pisten befahren können, muss die Sicherheit der Skilifte einmal pro Jahr überprüft werden. Die gute Nachricht: In Schmiedefeld kann die Skisaison schon jetzt beginnen, denn die technische Prüfung durch den TÜV Thüringen ergab keine Probleme. Nun muss nur noch Frau Holle ihre Arbeit leisten, denn derzeit liegt zu wenig Schnee für den Start der Skilift-Saison.

Thüringenweit gibt es mehr als 50 Skilifte und Seilbahnen. Seilbahnexperte Hans-Jürgen Sinn kennt sie alle in- und auswendig, denn die Anlagen müssen sich einmal jährlich einer Prüfung durch die Sachverständigen für Fördertechnik von der Seilbahnprüfstelle des TÜV Thüringen stellen.

Die meisten der Thüringer Skilifte sind Schlepplifte – einige stammen sogar noch aus DDR-Zeiten. Nicht aber der in der Winterwelt Schmiedefeld: Dort hat Wintersport lange Tradition und geht auf den Slalomhang am Eisenberg bis auf das Jahr 1930 zurück. Anfang der 70er Jahre wurde dann erstmals ein Skilift errichtet. Mit den Relikten der Vergangenheit hat der aktuelle Schmiedefelder Lift allerdings nichts mehr zu tun. Er ist erst vor zwei Jahren komplett erneuert worden und wieder neu in Betrieb gegangen. Heute kann die moderne Doppelschleppliftanlage bis zu 996 Personen pro Stunde über eine Länge von 835 Metern befördern. Damit dabei nichts schief geht, muss der Lift einwandfrei funktionieren. Vor allem Sicherheitseinrichtungen wie der Not-Aus-Schalter dürfen auf keinen Fall versagen.

Die Prüfung der Liftanlage beginnt allerdings mit einem Hammer: So kann Hans-Jürgen Sinn in kurzer Zeit den festen Sitz der Schraubverbindungen an den tragenden Teile der Stützmasten überprüfen. Auf dem Prüfplan stehen aber auch Bremsproben, die Überprüfung der Antriebseinheit, eine detaillierte Funktionsprobe der elektrotechnischen und hydraulischen Sicherheitseinrichtung sowie die Begutachtung des Seilzustandes und der Umlenkrollen. Hier muss Hans-Jürgen Sinn diesmal besonders sorgfältig hinsehen, denn im vergangenen Sommer war ein Blitz in den Schmiedefelder Lift eingeschlagen. Es kam zu Ausfällen an Schneekanonen und einigen Videoüberwachungskameras an der Lifttrasse. Zum Glück wurden andere Bauteile der Liftanlage davon nicht betroffen. Zu guter Letzt prüft Sinn die Klemmkraft der Schleppgehänge und den ordnungsgemäßen Einzug nach dem Loslassen der Schleppanker. Auch hier zeigt der Skilift in Schmiedefeld keine Schwächen und bekommt nach bestandener Prüfung die Prüfplakette des TÜV Thüringen. Für die Sport- und Freizeit GmbH als Betreiber und die Thüringer Wintersportler bleibt jetzt nur noch zu hoffen, dass bald genügend Schnee für den Beginn der Skisaison fällt.

Einen TV-Beitrag zur Prüfung finden Sie bis voraussichtlich 17.12.2019 in der ARD Mediathek.

Sachverständige des TÜV Thüringen inspizieren den Schlepplift in der Winterwelt Schmiedefeld.
Jeder der 13 Stützmasten muss in Augenschein genommen werden und das in einer Höhe von 18 Metern.
Durch das Ziehen des Sicherheitssplints wird kontrolliert, ob die Schleppliftanlage automatisch abgeschaltet wird.
Natürlich wird auch die Antriebseinheit des Schlepplifts überprüft.

TÜV Thüringen – Mit Sicherheit in guten Händen!

Als international tätiges Dienstleistungsunternehmen mit Stammsitz in Erfurt sorgt der TÜV Thüringen für Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit. Dazu sind in den Geschäftsfeldern Anlagen und Produkte, Fahrzeug und Mobilität, Qualifizierung sowie Zertifizierung mehr als 1 000 Mitarbeiter weltweit tätig, davon mehr als 600 in Deutschland. Die Experten, Ingenieure und Sachverständigen des TÜV Thüringen arbeiten zum Vorteil aller Branchen, privater Kunden und der öffentlichen Hand. In Deutschland ist der TÜV Thüringen mit elf großen Standorten in Berlin, Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen sowie mit zahlreichen Kfz-Prüfstationen in Thüringen vertreten.