Zu einem gelungenen Campingurlaub gehört ein funktioneller Campingkocher. Der TÜV-Experte für Brandschutz verrät, wie man einen geeigneten Campingkocher auswählt und welche Sicherheitsregeln beim Betrieb eines Campingkochers zu beachten sind.  

Endlich steigende Temperaturen und sinkende Corona-Zahlen mit der Hoffnung auf geöffnete Campingplätze: Die Outdoor-Saison in Deutschland kann beginnen. „Zu einem gelungenen Urlaub mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil gehört ein funktioneller Campingkocher, mit dem Reisende unterwegs kochen oder Getränke erhitzen können“, sagt Dr. Hermann Dinkler, Explosions- und Brandschutzexperte beim TÜV-Verband. „Da bei einem Campingkocher in der Regel mit Brennstoffen wie Gas oder Spiritus und offenem Feuer hantiert wird, ist Vorsicht geboten.“ Immer wieder mal komme es zu Explosionen. In der Regel sind Anwendungsfehler der Grund. Der TÜV-Verband gibt Tipps zum sicheren Start in die Camping-Saison. 

Geeigneten Campingkocher auswählen

Je nach Bauart können Campingkocher mit verschiedenen Brennstoffen betrieben werden: Weit Verbreitet sind Gas-, Spiritus- und Feststoffkocher. Darüber hinaus gibt es Geräte, die mit Benzin oder Strom betrieben werden. Abhängig von den Bedingungen wie dem Campingort, der Reisedauer oder dem Wetter sind diese Campingkocher unterschiedlich geeignet. Deshalb sollten sich Benutzer:innen vor dem Kauf eines Campingkochers mit den verschiedenen Arten auseinandersetzen. 

Gaskocher: der Allrounder unter den Campingkochern

Gaskocher zählen zu den gebräuchlichsten Campingkochern, denn sie sind dank ihrer leichten Handhabung auch für Camping-Anfänger:innen geeignet und bieten gleichzeitig eine gute Heizleistung. Zudem gilt Gas als der sauberste Brennstoff, da es nahezu vollständig verbrennt und wenige Rückstände den Kocher verunreinigen. Deshalb lassen sich Gaskocher leicht pflegen. Bei Gaskochern wird zwischen zwei Bauarten unterschieden: während bei den Aufsatzkochern eine passende Gaskartusche eingesetzt wird, fließt bei den Gaskochern mit externer Brennstoffzufuhr das Gas von einer Gasflasche über einen Zufuhrschlauch zum Brenner. Wichtig: Beim Nachkauf einer Gaskartusche oder Gasflasche sollte man auf das passende Anschlusssystem achten. 

Wie bei anderen Gasgeräten gilt bei Gaskochern die europäische Verordnung (EU) 2016/426 für Geräte zur Verbrennung gasförmiger Brennstoffe. Diese Gasgeräteverordnung sieht eine CE-Kennzeichnung vor. Damit bestätigen die Hersteller, dass ihr Produkt alle Anforderungen dieser Rechtsvorschrift erfüllt. Deswegen ist das vorhandene CE-Kennzeichen ein wichtiges Merkmal beim Kauf eines Gaskochers. „Für die Verbraucher:innen in Deutschland ist auch die GS-Kennzeichnung für ‚geprüfte Sicherheit‘ interessant. Geräte mit GS-Kennzeichen haben eine von den Herstellern freiwillig in Auftrag gegebene Sicherheitsprüfung bei unabhängigen Prüfstellen durchlaufen“, sagt Dinkler. Das GS-Zeichen biete daher eine bessere Orientierung beim Kauf eines Gaskochers als nur die CE-Kennzeichnung.  

Eine weitere Entscheidungshilfe bei der Auswahl ist eine ausführliche und übersichtliche Gebrauchsanweisung der Hersteller für eine ordnungsgemäße Installation, Reinigung und Wartung der Geräte. Außerdem ist dringend zu empfehlen, einen Gaskocher mit Zündsicherung zu kaufen. „Eine Zündsicherung ist eine thermoelektrische Sicherheitseinrichtung. Sie verhindert, dass Gas weiter ausströmt, nachdem die Flamme erloschen ist“, erläutert Dinkler. „Die Zündsicherung verringert das Risiko eines Brandes durch ausströmendes Gas zum Beispiel, wenn das offene Feuer durch überkochendes Wasser oder einen Luftzug ausgeht.“ Moderne Gaskocher verfügen oft über eine Piezo-Zündung. Um die Flamme zu entfachen, muss nur ein Druckknopf betätigt werden. Dabei entsteht ein Funke, der das Gas entzündet. Das Hantieren mit Feuerzeugen oder Streichhölzern entfällt.  

Andere Campingkocher: vorteilhaft für bestimmte Reisen 

Andere Campingkocher sind zwar weniger weit verbreitet als Gaskocher, haben aber auch ihre Vor- und Nachteile. Die Spirituskocher zeichnen sich zum Beispiel durch ihre einfache Handhabung, geringes Gewicht und hohe Verfügbarkeit des Brennstoffs aus. Jedoch erbringen Spirituskocher nur eine relativ schwache Heizleistung, verbrauchen aber viel Brennstoff. Sie sind daher nicht für kältere oder gebirgige Gefilde geeignet. Im Gegensatz dazu gewährleisten Benzinkocher eine hohe Heizleistung auch bei extrem niedrigen Temperaturen und sehr geringem Luftdruck. Wegen der komplizierteren Bedienung und Wartung sind sie eher für größere Trekkingtouren und Expeditionen geeignet. 

Feststoffkocher gehören zu den einfachsten Campingkochern. Sie lassen sich mit Holz, Kohle oder anderen brennbaren Stoffen in der Umgebung betreiben. Ein alternativer Brennstoff ist der sogenannte „Esbit“ (Erich Schumms Brennstoff), der in der Regel als Würfel oder in Tablettenform angeboten wird. Jedoch lässt sich die Temperatur der Kocher schwer regulieren und das Anzünden ist zeitaufwendig im Vergleich zu den Campingkochern mit gasförmigen oder flüssigen Brennstoffen.

Wenn ein Campingkocher, egal ob Gas-, Spiritus- oder Elektrokocher, in einem Wohnmobil oder Wohnwagen eingebaut wird, gelten besondere Sicherheitsvorschriften für den Einbau und die Zulassung der Geräte. 

Sicherheitsvorgaben beim Betrieb eines Campingkochers

Unabhängig von der Wahl des Campingkochers besteht bei offenen Flammen immer Brandgefahr. Um das Risiko eines Brandes zu verringern, schlägt Dinkler folgende Sicherheitsregeln vor. 

1. Vor jeder Nutzung auf mögliche Defekte überprüfen

Benutzer:innen sollten vor jeder Nutzung den Campingkocher, insbesondere die Ventile und Verbindungsschläuche, auf mögliche Schäden und Mängel überprüfen, um Funktionsstörungen zu vermeiden. 

2. Campingkocher stabil und sicher aufstellen

Benutzer:innen sollten den Campingkocher immer auf einer stabilen, ebenen und auch möglichst feuerfesten Fläche aufstellen. Darüber hinaus sollte er möglichst vor Wind geschützt sein. Um Wind fernzuhalten und möglichst viel Wärme zu erhalten, kann ein Aluminium-Windschutz helfen. Achtung: Outdoor-Campingkocher dürfen nicht in geschlossenen Räumen oder Zelten betrieben werden! Der Grund: Beim Brennvorgang wird viel CO2 produziert, das bei mangelnder Lüftung zu Erstickungsgefahr führt.

3. Kochstelle stets beaufsichtigen und auf Waldbrandgefahr achten

Während der Benutzung sollte die Kochstelle stets beaufsichtigt werden. Spielende Kinder oder neugierige Tiere können Campingkocher leicht umwerfen. Dies könnte zum Ausströmung des Brennstoffs oder in trockenen Umgebungen zu einem Feuer oder Waldbrand führen.  

4. Brennstoff-Behälter sicher aufbewahren und transportieren

Bei Aufbewahrung und Transport des Campingkochers sollten Brennstoff-Behälter immer gut verschlossen sein, damit kein Gas, Benzin oder Spiritus austritt. Während der Fahrt sollten Benutzer:innen dafür sorgen, dass die Brennstoff-Behälter nicht hin und her fallen oder gegen die Wände schlagen, damit sie nicht beschädigt werden. Außerdem sollten sie vor hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Nach dem Transport sollten sie aus dem Kofferraum entnommen und sicher aufbewahrt werden.  Bei Gasflaschen ist auf eine fest angebrachte Schutzkappe für die Ventile zu achten.

5. Löschmaterialien bereithalten 

Benutzer:innen sollten für den Brandfall Vorkehrungen treffen und im Vorfeld Löschmaterialien wie eine Löschdecke oder einen Feuerlöscher besorgen. Im Brandfall muss das Feuer möglichst schnell gelöscht werden. Nach ein bis zwei Minuten könnte der Brand schon außer Kontrolle sein. In diesem Fall sollen Benutzer:innen unverzüglich die Feuerwehr alarmieren. Von Löschversuchen mit Wasser ist abzuraten, weil sich das Feuer dadurch weiter ausbreiten könnte.