2020 ist schon jetzt ein Jahr der Veränderungen – und so manche Neuerung hat das Potenzial zur Dauerlösung. Während Begriffe wie Home-Schooling das Zeug zum (Un-)Wort des Jahres haben, ist auch in der Freizeit nichts mehr wie es einmal war: Urlaub in den eigenen vier Wänden, Planschen im eigenen Pool statt im Freibad und auch der Kinderspielplatz wandert hier und da aufs eigene Grundstück. Damit die Schaukel auf dem „Home-Playground“ möglichst sicher steht, haben die Produktsicherheitsexperten des TÜV Thüringen mehrere wertvolle Tipps.

Viele Kinderspielplätze waren im Frühsommer 2020 für den Publikumsverkehr gesperrt. Weil auf öffentlichen Spielplätzen auch nach der schrittweisen Öffnung ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, haben Spielplatzgeräte für den privaten Gebrauch derzeit Hochkonjunktur. Andreas Riess von der Prüfstelle für Gerätesicherheit des TÜV Thüringen rät beim Kauf, auf Sicherheit und Qualität zu achten. Einen guten Anhaltspunkt für Verbraucher gibt dabei das GS-Zeichen. Es wird von unabhängigen akkreditierten Prüflaboren vergeben und steht für „Geprüfte Sicherheit“.   

Die Auswahl der richtigen Schaukel hängt stark von den individuellen Anforderungen ab. Um das GS-Zeichen zu erhalten, muss eine Schaukel für den eigenen Garten vielen Anforderungen entsprechen, zum Beispiel auch der europäischen Norm EN 71-8. Diese legt Anforderungen an sogenanntes Aktivitätsspielzeug für den häuslichen Gebrauch fest. Noch stärker auf die verwendeten Materialien muss bei einer Babyschaukel geachtet werden, weiß Andreas Riess vom TÜV Thüringen: „Schließlich wollen Eltern sicher gehen, dass nicht zu viel Chemie bei der Herstellung verwendet wurde. Eine Babyschaukel sollte zudem sichere Gurte, die zwischen den Beinen entlang gehen, zum Anschnallen aufweisen.“

Beim Kauf einer Schaukel für den Garten sollten sich Eltern diese Fragen stellen:

1.    Wird das maximale Belastungsgewicht nicht überschritten?

Schaukel ist nicht gleich Schaukel. Hier gibt es zum Teil gravierende Unterschiede zwischen den Herstellern. Nicht alle Schaukeln sind auch für Erwachsene geeignet – schon gar nicht mit einem Kind auf dem Schoß. Daher sollte das maximale Belastungsgewicht bei der Kaufentscheidung ganz oben auf der Checkliste stehen. Wird eine Kinderschaukel überlastet, könnten sich Verschleißteile schneller abnutzen oder sogar essenzielle Teile wie der Sitz brechen.

2.    Ist die Seillänge ausreichend und das Seil langlebig genug?

Beim Schaukeln kommt es auf die richtige Pendellänge an. Das Kind sollte sich dabei allein auf den Schaukelsitz setzen können. Daher ist eine individuell einstellbare Pendellänge in jedem Fall sinnvoll. So kann die Schaukel jedes Jahr an das Wachstum des Kindes angepasst werden. Trotz dessen muss hierbei immer  auf die Mindestbodenfreiheit geachtet werden. Auch wenn mehrere unterschiedlich große Kinder im Haus sind, macht die Höhenverstellbarkeit absolut Sinn. Ob auf eine Ketten- oder Seilkonstruktion zurückgegriffen wird, entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Eine Kettenschaukel ist schwerer, das Schaukeln anstrengender. Bei der Befestigung der Sitzfläche an Seil oder Kette sollte auf eine stabile Verbindung geachtet werden: Bei Modellen mit simplen Plastikverschlüssen kann es schneller zu einer Überlastung kommen als bei Modellen mit stabilen Metallteilen. Ist der Schaukelsitz an vier Punkten mit dem Seil befestigt, ist die Konstruktion generell stabiler und kann sicherer umgriffen werden.

3.    Versprechen die Materialen auch bei schlechter Witterung Langlebigkeit?

Eine Schaukel für den Garten sollte witterungsbeständig sein. Je nach Aufstellort und Witterungseinfluss wird das Material unterschiedlich stark belastet. Generell gilt: Wenn die Schaukel im Winter geschützt gelagert wird, haben die Kinder länger Freude daran.

4.    Kann ich die Schaukel im heimischen Garten sicher befestigen?

Beim Kauf der Schaukel sollte unbedingt darauf geachtet werden, welche Aufhängung vom Hersteller empfohlen wird. Nicht jede Schaukel ist für die Aufhängung an einem Baum geeignet. Bedacht werden muss auch, dass die Baumrinde bei der Befestigung einer Schaukel in Mitleidenschaft gezogen wird und so der Baum stark geschädigt werden kann. Daher empfiehlt sich ein Träger aus Stahl oder Holz, an dem die Schaukel aufgehängt wird.

5.    Handelt es sich um „Geprüfte Sicherheit“?

Bei Produkten mit einem GS-Zeichen können Verbraucher darauf vertrauen, dass die Schaukel von einer unabhängigen Prüfstelle für Gerätesicherheit unter anderem nach der entsprechenden Norm auf ihre sicherheitsrelevanten Eigenschaften geprüft wurde. Die Anforderungen gehen dabei über die Konformitätserklärung des Herstellers in Form des CE-Zeichens hinaus, beispielsweise wird die Fertigung durch einen Experten regelmäßig überwacht.

Andreas Riess von der GS-Prüfstelle des TÜV Thüringen hat in Sachen Sicherheit des eigenen Spielplatzes im Garten einen weiteren Tipp parat. „Eltern sollten nicht nur auf die Sicherheitsfeatures der Schaukel an sich achten. Auch die Auswahl des richtigen Aufstellplatzes ist ganz entscheidend dafür, dass beim täglichen Spielen keine unnötigen Risiken eingegangen werden. Bei einer Schaukel darf der Fallschutz niemals außer Acht gelassen werden: Gepflasterte oder betonierte Oberflächen kommen dabei schon gar nicht in Frage. Achten Sie unbedingt auf einen möglichst weichen Untergrund in der Umgebung. Sand, Rindenmulch oder eine Wiese sind im Fall des Falles deutlich besser geeignet. Auch der Hersteller gibt hierzu in der Benutzerinformation häufig Empfehlungen. Außerdem ist für den Aufstellort wichtig, dass genügend Freiraum im Schaukelbereich vorhanden ist. Im Bereich des schaukelnden Kindes sollten keine Äste wachsen und auch niemals Gartenutensilien abgestellt werden“, rät Riess. 


Mehr Infos und Kontakt unter: Prüfung von Spielzeugen und Sportgeräten 

TÜV Thüringen – Mit Sicherheit in guten Händen!

Der TÜV Thüringen steht seit 30 Jahren für Qualität und Sicherheit aus dem Herzen Deutschlands. Wir sind dabei nicht nur ein Bewahrer von Tradition und Technik, sondern auch Partner und Treiber von Innovationen. Hierfür sind unsere 1.100 Mitarbeiter, deren Kompetenz von über 150 Akkreditierungen, Zulassungen und Zertifizierungen auf nationaler und internationaler Ebene bestätigt wird, unersetzlich. Denn durchsetzen können sich Innovationen nur, wenn sie sicher sind und weder Mensch noch Umwelt gefährden. Als unabhängige Instanz haben wir in den letzten 30 Jahren unzählige Produkte und Anlagen geprüft, Unternehmen zertifiziert und Menschen ausgebildet. Auch wenn die Bandbreite dabei längst von Bits und Bytes über menschliche Qualifikationen bis hin zu hunderte Tonnen schweren Maschinen reicht, bleibt eines immer gleich: Wenn wir analysieren, ausbilden, begutachten, informieren, kalibrieren, messen, prüfen oder zertifizieren, steht unser Name zuverlässig und unverrückbar für Qualität und Sicherheit.