Nach den großen Sommerferien nutzen viele Schüler wieder das Fahrrad für den Weg in die Schule. Leider zeigt die Unfallstatistik, dass diese Fahrt nicht ungefährlich ist: Allein in Thüringen waren 27 Prozent der auf dem Schulweg verunglückten Kinder mit dem Rad unterwegs. Nach Ansicht des Unfallexperten Achmed Leser vom TÜV Thüringen sollten Kinder erst dann den Schulweg allein mit dem Fahrrad bewältigen, wenn sie sowohl ihr Rad als auch die Verkehrsregeln sicher beherrschen. Ein verkehrssicheres Fahrrad und ein geeigneter Fahrradhelm sollten zur selbstverständlichen Grundausstattung der Kinder gehören.

„Jedes Jahr kommt es zu Unfällen mit Schulkindern, von denen die meisten relativ leicht vermeidbar wären. Oftmals ist die Sichtbarkeit der Kinder ein Problem, denn dadurch werden sie von anderen Verkehrsteilnehmern zu spät wahrgenommen oder schlichtweg übersehen. Ein anderer Grund für die Unfälle ist, dass Kinder sowohl zu Fuß als auch auf dem Fahrrad das Verkehrsgeschehen falsch einschätzen oder Gefahrensituationen zu spät erkennen“, schätzt Achmed Leser vom TÜV Thüringen ein.

Auch wenn der Schulweg mit dem Fahrrad viel schneller zu absolvieren ist als zu Fuß, sollten Schulkinder generell erst nach Absolvieren der Radfahrausbildung allein mit dem Rad zur Schule fahren. Das ist in der Regel ab der dritten oder vierten Klasse der Fall. „Viele Eltern glauben, dass ihr Kind sicher mit dem Fahrrad umgehen kann. Ein gemeinsamer Radausflug in ruhiger Umgebung am Wochenende ist aber nicht mit dem täglichen Berufsverkehr vergleichbar. Hier lauern ganz andere Gefahren und das Kind ist auf sich allein gestellt. Gerade unübersichtliche Verkehrssituationen wie beim Abbiegen oder Vorfahrt gewähren, das Überqueren von verkehrsreichen Straßen oder das Einordnen in den fließenden Verkehr am Ende von Radwegen sind für viele jüngere Schulkinder eine große Herausforderung. Auch das richtige Einschätzen von Abständen und Geschwindigkeiten fällt Kindern noch schwerer als Erwachsenen. Eltern sollten den Schulweg daher unbedingt sorgsam auswählen und mit dem Kind üben. Auf dem Fahrrad ist das noch wichtiger als zu Fuß“, appelliert Leser.

Viele Gefahren können schon durch die Wahl eines möglichst sicheren Schulradwegs umfahren werden. „Bei der richtigen Wahl des Schulwegs tragen die Eltern eine besonders große Verantwortung für die Sicherheit ihrer Kinder. Ab 10 Jahren müssen Kinder wie alle anderen Fahrradfahrer die Fahrbahn oder den Radweg benutzen. Doch nur die wenigsten Schulwege sind vollständig über Radwege realisierbar. Außerdem kann auch ein Sicherheit vermittelnder Radweg Gefahren mit sich bringen, etwa durch abbiegende Fahrzeuge an schlecht einsehbaren Ein- und Ausfahrten“, so der Unfallexperte.

Generell sollten Radfahrer nicht nur für den Weg zur Schule einen Fahrradhelm tragen. Dieser kann bei einem Unfall schwere Kopfverletzungen vermeiden. „Außerdem muss das Fahrrad über eine für den Straßenverkehr zugelassene Ausstattung verfügen. Dazu gehört neben einer Vorderrad- und Hinterradbremse sowie einer Klingel vor allem die Sicherheitsausstattung für die Sichtbarkeit des Radfahrers. Vorgeschrieben ist dafür ein weißes Frontlicht und ein weißer Reflektor vorn, hinten ein rotes Rücklicht inklusive eines roten Reflektors, je Laufrad zwei gelbe Speichenreflektoren beziehungsweise weiße Streifenreflektoren an Bereifung, Felge oder Speichen sowie rutschfeste Pedalen mit je zwei gelben Pedalreflektoren“, erklärt Achmed Leser. 

TÜV Thüringen – Mit Sicherheit in guten Händen!

Als Mitglied im TÜV-Verband (VdTÜV), unterstützt der TÜV Thüringen die EU-Charta für Straßenverkehrssicherheit „25 000 Leben retten“.

Der TÜV Thüringen steht seit 30 Jahren für Qualität und Sicherheit aus dem Herzen Deutschlands. Wir sind dabei nicht nur ein Bewahrer von Tradition und Technik, sondern auch Partner und Treiber von Innovationen. Hierfür sind unsere 1.100 Mitarbeiter, deren Kompetenz von über 150 Akkreditierungen, Zulassungen und Zertifizierungen auf nationaler und internationaler Ebene bestätigt wird, unersetzlich. Denn durchsetzen können sich Innovationen nur, wenn sie sicher sind und weder Mensch noch Umwelt gefährden. Als unabhängige Instanz haben wir in den letzten 30 Jahren unzählige Produkte und Anlagen geprüft, Unternehmen zertifiziert und Menschen ausgebildet. Auch wenn die Bandbreite dabei längst von Bits und Bytes über menschliche Qualifikationen bis hin zu hunderte Tonnen schweren Maschinen reicht, bleibt eines immer gleich: Wenn wir analysieren, ausbilden, begutachten, informieren, kalibrieren, messen, prüfen oder zertifizieren, steht unser Name zuverlässig und unverrückbar für Qualität und Sicherheit.