Begutachtung im Familienrecht

Familienpsychologische Gutachten | Gutachten elterliche Sorge | Gutachten Kindeswohlgefährdung

Systemisch-lösungsorientierte Vorgehensweise im Familienrecht (gemäß § 163 Abs. 2 FamFG)

Trennung und Scheidung sind kritische Lebensereignisse für alle Familienmitglieder. Können Eltern sich in Bezug auf die gemeinsamen Kinder nicht mehr einvernehmlich verständigen, werden häufig Gerichte im Sinne einer Entscheidungsfindung angerufen. Doch haben gerichtliche Entscheidungen in einem hochdynamischen Familiensystem häufig nicht lange Bestand, da es vielmehr darum geht, sich wieder im Sinne einer kindeswohldienlichen Nachtrennungsfamilie einvernehmlich über Kindesangelegenheiten zu verständigen. Daher soll im Rahmen der systemisch-lösungsorientierten Familienbegutachtung nach § 163 Absatz 2 FamFG auf eine einvernehmliche Lösung zwischen den Beteiligten hingewirkt werden. Dafür sollen insbesondere elterliche Konfliktpotenziale abgebaut, Wissen über Kinder in (konflikthaften) Trennungssituationen vermittelt und einvernehmliche sowie kindorientierte Lösungen mit den Eltern erarbeitet werden. Im Fokus stehen dabei das Kindeswohl und der Bindungserhalt. In der Zusammenarbeit mit den Eltern werden dafür Stärken und Ressourcen herausgearbeitet und zur Unterstützung der Familie eine interdisziplinäre Verantwortungsgemeinschaft gebildet.

Auch bezüglich der Frage des Kindeswohls beachtet der systemisch-lösungsorientierte Sachverständige die Eltern-Kind-Bindung, betrachtet die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen und damit verbundenen Eingriffen in das Familiensystem und berücksichtigt bei Herausnahme die Rückkehroption indem die Möglichkeiten der Wiederherstellung der Erziehungsfähigkeit aufgezeigt und abgewogen werden. Dabei soll unter Einbezug des gesamten Helfersystems („runder Tisch“) eine möglichst spannungsarme Beziehungsgestaltung zwischen den Beteiligten (z.B. Pflege- & Herkunftsfamilie) gefördert werden.

Im Rahmen der familiengerichtlichen Verfahren und der Feststellung der Erziehungsfähigkeit von Eltern muss immer häufiger ein Alkohol- bzw. Drogenkonsum ausgeschlossen werden können. Dafür eignen sich Drogen- oder auch Alkoholtests. Der TÜV Thüringen bietet bei einer Beauftragung zur Untersuchung auf das Vorliegen von Alkohol- oder Drogenkonsum folgende Leistungen:

(1) Haaranalysen: Anhand von Haaranalyse können Aussagen über das Vorliegen eines Konsums einer bestimmten Substanz über einen bestimmten Zeitraums und ggf. auch die Menge gemacht werden.

(2) Ärztliches Gutachten: Ein solches Gutachten eignet sich vor allem bei dem Vorliegen eines Verdachts auf Substanzkonsum, welcher von der betroffenen Person auch eingeräumt wird. Laboruntersuchungen können rückwirkend anhand von Haarproben (Haare sollten entsprechend lang und unbehandelt sein) durchgeführt werden. Aussagen zu Drogenkonsum können bis zu 6 Monate (mind. 6 cm Haarlänge) und zu Alkoholkonsum bis zu max. 3 Monate (mind. 3 cm Haarlänge) rückwirkend erfolgen. Es erfolgt ein umfassendes Screening auf eine Vielzahl an Betäubungsmittel oder spezifische Substanzen.

 (3) Psychologisches Gutachten: Ein solches Gutachten eignet sich, wenn ein unregelmäßiger Konsum, einen Konsum in der Vergangenheit bzw. aktuelle Abstinenz einräumt wird. Mit einem zusätzlichen psychologischen Gespräch kann abgeschätzt werden, wie ausgeprägt der Substanzkonsum war und dieser als störungswertig einzustufen ist. Es kann eine Prognose über den Ist-Zustand sowie eine Empfehlung zu notwendigen Maßnahmen zur Verhaltensänderung gegeben werden.

Abstinenz-Kontroll-Programm: Ist der Nachweis einer Abstinenz über einen längeren Zeitraum (6 Monate, 12 Monate, 18 Monate etc.) gewünscht, so kann der TÜV-Thüringen mit der betroffenen Person einen Vertrag abschließen, wo sich dieser zur kurzfristigen Urinprobenentnahme unter Sichtkontrolle einverstanden erklärt. Alternativ sind auch Haarproben unter gewissen Umständen (Haarlänge etc.) möglich. Egal ob Alkohol oder illegale Drogen wie Cannabis, LSD, Kokain, Heroin, Speed, Ecstasy, Amphetamine oder Crystalmeth, unsere Experten können alle gängigen Drogentests durchführen. Durch uns beauftragte Labore weisen eine Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 für forensisch toxikologische Untersuchungen auf. Nach Abschluss erfolgt eine schriftliche Bescheinigung über den nachzuweisenden Abstinenzzeitraum. Sollten Substanzen nachgewiesen werden, wird das Programm abgebrochen. Die Kosten richten sich Umfang des nachzuweisenden Zeitraums, Anzahl der zu untersuchenden Substanzen und der Untersuchungsmethode (Urin, Haare).     

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