Die Hupe zählt seit den Anfangstagen des Automobils zu den einfachsten und effektivsten Mitteln, mit denen ein Autofahrer im Straßenverkehr auf sich aufmerksam machen kann. Da das im Behördendeutsch als „Schallzeichen“ beschriebene Hupen bei missbräuchlicher Verwendung auch belästigen kann, darf das laute Signal nicht nach Gutdünken eingesetzt werden: Die Straßenverkehrsordnung regelt genau, wann und wo ein Autofahrer hupen darf. Karsten Raspe vom TÜV Thüringen erklärt, worauf es ankommt und wann Autofahrer lieber darauf verzichten sollten.

„Prinzipiell kann man sagen, dass die Hupe von der StVO primär als Warnsignal und somit für Hinweise auf eine unmittelbar drohende Gefahr verstanden wird. Genau wie die Lichthupe soll sie in erster Linie dann zum Einsatz kommen, wenn ein Verkehrsteilnehmer sich oder andere gefährdet sieht“, erklärt Verkehrsexperte Karsten Raspe vom TÜV Thüringen. „Ein weiterer geregelter Einsatz des Schallzeichens, ist die Ankündigung eines Überholmanövers außerhalb geschlossener Ortschaften. Das spielt aber in der Praxis eine deutlich untergeordnete Rolle“, ergänzt Raspe.

Wer nur hupt, weil ein anderer Fahrer seiner Meinung nach nicht schnell genug auf eine grün gewordene Ampel reagiert oder damit jemanden grüßen möchte, riskiert ein Verwarngeld von 5 Euro oder im Fall einer Belästigung durch dauerhaftes Hupen sogar ein Bußgeld von 10 Euro. Hingegen geduldet wird das Hupen als Ausdruck der Freude bei Hochzeiten oder Autokorsos nach Fußballspielen. Verlassen können sich Autofahrer darauf aber nicht: Wer es übertreibt, muss auch in diesen Situationen mit einer Strafe rechnen, denn der StVO sind derartige Ausnahmen nicht bekannt.