Eine Reise mit dem Wohnmobil verspricht Individualurlaub in Reinkultur: Einfach dort anhalten, wo es am schönsten ist. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht, denn egal ob das Gefühl der großen Freiheit oder das Vermeiden kostspieliger Hotelübernachtungen im Vordergrund steht – einfach überall parken dürfen Wohnmobil-Fahrer schon lange nicht mehr. Nicht nur Innenstädte sind oft überfüllt und bieten kaum ausreichend Parkraum für Caravan und Wohnmobil, auch anderenorts gibt es einige Einschränkungen. Karsten Raspe vom TÜV Thüringen erklärt, wo das Parken erlaubt und was verboten ist.

Schon mit dem Pkw kann die Parkplatzsuche in Städten zu einem echten Geduldsspiel werden. Wirklich kompliziert wird es aber, wenn der Parkplatz genügend Raum für Wohnmobil oder Caravan bieten muss: Aufgrund der Länge und Breite der Fahrzeuge kommen viele normale Parkplätze von vornherein nicht in Betracht. Während Caravan-Fahrer meistens den nächsten Campingplatz ansteuern, zieht es viele Wohnmobilfahrer auch in den Großstadt-Dschungel. „Generell darf im öffentlichen Straßenverkehr dort geparkt werden, wo es nicht ausdrücklich durch Verkehrszeichen untersagt ist. Zum Parken ist im Regelfall der rechte Seitenstreifen beziehungsweise der rechte Fahrbahnrand zu benutzen“, verweist Verkehrsexperte Karsten Raspe vom TÜV Thüringen auf die Straßenverkehrsordnung. Existieren entlang der Fahrbahn Parkstreifen, so muss dort geparkt werden. Doch Vorsicht: Wird die Benutzung gekennzeichneter Parkflächen aufgrund der Fahrzeuggröße verhindert, ist das Parken dort unzulässig. „Wird ein Wohnmobil in einer sehr schmalen Parkbucht abgestellt, die eigentlich für Pkw vorgesehen ist und ragt es dann in den Verkehrsraum hinein, kann von einer Behinderung ausgegangen werden“, so Raspe. Hier hilft es auch nicht, mit zwei Rädern auf dem Bordstein zu parken, da dies durch das entsprechende Zeichen „Parken auf Gehwegen“ erlaubt sein muss. „Ist das Parken auf Gehwegen durch das Zeichen 315 erlaubt, müssen Reisemobilisten allerdings auf die zulässige Gesamtmasse ihres Wohnmobils achten. Übersteigt das Fahrzeuggewicht die 2,8-Tonnen-Marke, ist hier das Parken für diese Fahrzeuge verboten“, gibt Karsten Raspe zu bedenken. Außerdem ist es nicht erlaubt, auf Gehwegen über Schachtdeckeln oder ähnlichen Anschlüssen zu parken. Für Wohnanhänger ohne Zugfahrzeug sieht die StVO einen maximalen Parkzeitraum von zwei Wochen vor. Darüber hinaus kennt die StVO aber auch grundsätzliche Einschränkungen für das Parken, die für alle Verkehrsteilnehmer gelten. So ist das Parken vor sowie hinter Kreuzungen und Einmündungen im bekannten 5-Meter-Abstand, vor Bordsteinabsenkungen oder aber vor Ein- und Ausfahrten – bei schmalen Fahrbahnen auch gegenüber – verboten.

Verkehrsexperte Raspe empfiehlt Wohnmobilfahrern, ihr Fahrzeug wann immer möglich auf dafür vorgesehenen Plätzen abzustellen und sich schon im Vorfeld einer Reise zu informieren, wo es diese gibt. In vielen Städten dürfen Park-and-Ride-Flächen genutzt werden, oft gibt es auch spezielle Parkplätze für Wohnmobile und Caravan. Das einmalige Übernachten auf einem Parkplatz fällt in aller Regel unter den sogenannten Gemeingebrauch oder dient der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit. Für längere Aufenthalte rät der Experte jedoch zur Fahrt auf den Campingplatz. Bei der Reiseplanung sollte außerdem berücksichtigt werden, dass nicht jeder Autofahrer auch jedes Wohnmobil bewegen darf: „Wer ein Wohnmobil mit mehr als 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse oder einen Wohnanhänger mit einer Gesamtmasse über 750 Kilogramm für einen Urlaubstripp anmieten möchte, sollte im Vorfeld prüfen, ob er über die dafür notwendige Führerscheinklasse verfügt“, so Raspe. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten sich Wohnmobil- und Caravan-Fahrer bei Reisen ins Ausland außerdem mit den entsprechenden Regelungen des Ziellands sowie der Transitländer beschäftigen.