Mit der kalten Jahreszeit ist nicht nur Scheibenkratzen angesagt: auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Batterie schlapp macht, steigt jetzt wieder. Gerade Kurzstreckenfahrzeuge mit in die Jahre gekommenen Batterien sind im Winter oftmals davon betroffen. Wie man sein Fahrzeug ohne Pannendienst durch Starthilfe selbst wieder in den Gang bekommt, verrät Fahrzeugexperte Andreas Neumann vom TÜV Thüringen.

„Wenn der Wagen frühmorgens nicht mehr anspringen will, ist eine der häufigsten Ursachen eine defekte oder zu schwache Batterie“, meint Andreas Neumann. In vielen Fällen kann durch Fremdstarthilfe der Motor wieder angelassen werden. Dazu sind ein intaktes Helferfahrzeug und ein Starthilfekabel nötig. Das Kabel sollte der DIN 72553 oder der ISO 6722 entsprechen und je Einsatzzweck, einen Mindestkabelquerschnitt von 16 mm2 oder 25 mm2 aufweisen. In jedem Fall empfiehlt Neumann, in die Betriebsanleitung des Fahrzeugs beziehungsweise in die Gebrauchsanweisung für das Starthilfekabel zu schauen. Nicht alle Kabel sind für alle Motoren geeignet. So benötigen beispielsweise Dieselmotoren mit großem Hubraum spezielle Kabel. Auch ist auf die entsprechende Bordspannung, für die das Kabel geeignet ist, zu achten. In der Regel kommen in aktuellen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor 12 Volt Batterien zum Einsatz. „Auf keinen Fall dürfen noch ältere Starthilfekabel ohne komplett kunststoffüberzogene Polzangen verwendet werden“, warnt Neumann. Hier sind Kurzschlüsse oder Funkensprünge nicht auszuschließen, die zu Entzündungen oder einem elektrischen Schlag führen können.

Für die Starthilfe sind die Fahrzeuge so zu positionieren, dass die Länge des Starthilfekabels ausreicht und nicht zu stark gespannt werden muss. Dabei sollte unbedingt auf den fließenden Verkehr geachtet werden. Im Zweifel muss je nach Verkehrssituation das Warndreieck aufgestellt werden. Im Vorfeld sollten alle Verbraucher in beiden Fahrzeugen ausgeschaltet werden: also Klimaanlage, Radio oder Innenbeleuchtung. Zuerst werden die Pluspole mit dem roten Kabel verbunden. Diese erkennt man übrigens an der roten Markierung und dem Plus-Zeichen und sollten sich hinter einer Abdeckung verbergen. Dazu wird die eine rote Kabelzange mit dem Pluspol der entladenen Autobatterie verbunden und die andere mit dem Pluspol der spannungsgebenden Batterie. Danach wird das schwarze Kabel an den Minuspol der Batterie des Helferfahrzeugs angeklemmt. Die andere Seite wird mit einem Massepunkt im Motorraum des Abnehmerautos verbunden. Wo sich dieser befindet, geht aus der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs hervor. Der Minuspol der entladenen Batterie sollte nicht angeschlossen werden, da sich beim Starten durch Funkenbildung Knallgase entzünden könnten. Ist die Kabelverbindung beider Fahrzeuge hergestellt – die Starthilfekabel müssen so verlegt sein, dass sie nicht von rotierenden Teilen des Motors erfasst werden können – wird zuerst der Motor des starthilfegebenden Fahrzeugs gestartet. Im Anschluss kann das hilfebedürftige Fahrzeug angelassen werden. Springt der Wagen an, können die Starthilfekabel in umgekehrter Reihenfolge abgeklemmt werden: zuerst schwarzes Kabel vom Massepunkt und Minuspol entfernen, danach rotes Kabel zuerst vom Geberfahrzeug und dann vom Nehmerfahrzeug entfernen.

Nach der Starthilfe sollte unbedingt eine längere Strecke zurückgelegt werden, um die Batterie aufzuladen. Fahrzeugexperte Neumann empfiehlt, die Kapazität und den Ladezustand der Batterie in einer Fachwerkstatt prüfen zu lassen.