Der Winter verlangt Autofahrern nicht nur wegen rutschigen Straßen und schlechten Sichtverhältnissen einiges ab, auch das Eiskratzen nach kalten Nächten kostet Zeit. Mit vereisten Scheiben haben manche Autofahrer auch noch eine zusätzliche Sorge: Droht mir unnötiger Ärger, wenn mein Anwohner-Parkausweis, die Parkscheibe oder der Parkschein nicht mehr sichtbar sind? Karsten Raspe vom TÜV Thüringen kann in diesem Fall beruhigen.     

Eigentlich sind die Regeln eindeutig: Parkscheine, Parkscheiben und andere Park-Berechtigungen wie zum Beispiel Anwohner-Parkausweise müssen so im Auto platziert werden, dass sie von außen „gut sichtbar“ sind. Ist die Lesbarkeit nicht gegeben, drohen je nach Standort Verwarnungen in Höhe von bis zu 30 Euro. Dennoch muss im Winter niemand Angst vor unerwartetem Ärger haben: „Wenn ein Autofahrer die Berechtigung zum Parken so platziert hat, dass sie unter normalen Umständen gut sichtbar ist, hat er seine Pflicht erfüllt. Werden Parkschein, Parkscheibe oder Anwohner-Parkausweis später durch Schnee oder Eis verdeckt, ist das kein Grund für ein Knöllchen“, beruhigt Karsten Raspe vom TÜV Thüringen.

Auch Verkehrszeichen können im Winter von Schnee verdeckt werden, sie bleiben aber trotz der Sichtbehinderung gültig. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass zumindest Anwohner die Bedeutung der Schilder trotzdem kennen – daher müssen sie sich auch weiterhin an entsprechende Beschränkungen halten. Verdeckte Schilder sind aber auch für ortsunkundige Autofahrer kein Freibrief, auch wenn in Einzelfällen von einer Bestrafung abgesehen werden kann. Anders sieht es bei Verkehrszeichen aus, die aufgrund ihrer besonderen Form auch im verschneiten Zustand eindeutig erkennbar sind: „Die wichtigsten Schilder sind so gestaltet, dass sie bei jedem Wetter gut erkennbar sind: Beim achteckigen Stoppschild oder dem Vorfahrts-Schilds gilt das Wetter daher nie als Ausrede“, erinnert Karsten Raspe an die Straßenverkehrsordnung.