Die wenigsten Unfälle im Straßenverkehr sind auf technisches Versagen zurückzuführen. Ein Grund dafür ist die wiederkehrende Hauptuntersuchung (HU) für Kraftfahrzeuge. Sie leistet seit fast 70 Jahren einen wichtigen Beitrag, um Mängel an Fahrzeugen frühzeitig zu erkennen.

Fahrzeughalter müssen alle zwei Jahre, bei Neuwagen erstmalig im 3. Jahr, ihre Fahrzeuge zur HU vorstellen. An den Kfz-Prüfanlagen von TÜV Thüringen können Fahrzeughalter die begehrte Plakette erneuern. Eine Termin-Vereinbarung ist selbstverständlich telefonisch als auch online möglich.

Die HU, wird durch einen Untersuchungsbericht nachgewiesen, der von unseren Prüfingenieuren Schritt für Schritt abgearbeitet wird. Der Prüfablauf einer HU beginnt mit der Identifizierung des Fahrzeugs. Dazu zählt die Überprüfung von Fahrzeugpapieren, eingetragenen Rädern und Reifen, Fahrgestellnummer, Typenschild  und Kennzeichen. Stimmen alle Angaben überein, geht es weiter mit der Steuergeräteabfrage.  Die Steuereinheit des Fahrzeugs wird hier mit einem sogenannten HU-Adapter verbunden, der dem Prüfingenieur anzeigt, welche sicherheitsrelevanten elektronischen Fahrzeugkomponenten verbaut sind und ob diese ordnungsgemäß funktionieren. Ist auch hier alles in Ordnung, werden grundlegende Funktionen des Autos begutachtet. Der Prüfer stellt sich dabei unter anderem folgende Fragen: Sind alle Warnlampen sichtbar? Können Hupe und Scheibenwischer bedient werden? Wird bei der Betätigung des Blinkers neben einem visuellen auch ein akustisches Signal ausgelöst? Ist die Beweglichkeit des Lenkrads und der Kupplung gegeben? Haben alle Gurte eine Rückhaltefunktion und rasten ein? Sind Sitze und Kopfstützen einstellbar?

Wichtig bei der Überprüfung des Fahrzeugs ist zudem das Vorhandensein von Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste. In Deutschland ist es gesetzlich vorgeschrieben alle drei Utensilien jeweils einmal im Auto mitzuführen. Der TÜV Thüringen empfiehlt, für jeden Mitfahrenden eine Warnweste griffbereit im Fahrzeug zu verstauen, damit bei einem Unfall oder einer Panne auch alle Beteiligten ausreichend geschützt werden können.

Im nächsten Schritt wird das Fahrzeug in den Bremsenprüfstand eingefahren. Dabei werden die Bremsfunktionen von Vorder- und Hinterreifen getestet. Es folgen die Überprüfung der Lichtanlage und die Abgasuntersuchung. Nachdem die allgemeine Untersuchung des Fahrzeugs abgeschlossen ist, richtet sich der Blick unter die Motorhaube. Ob Bremsflüssigkeit, Motoröl oder Schläuche – hier darf nichts auslaufen, alles muss dicht und in einem funktionsfähigem Zustand sein. Um den Zustand der Räder und Reifen sowie des Unterbodens zu beurteilen, wird  das Fahrzeug auf eine Rampe gehoben. Der Prüfer bekommt so einen möglichst guten und unkomplizierten Einblick.

Fällt der Prüfbericht der Hauptuntersuchung positiv aus, erhält das Fahrzeug eine neue aktuelle Plakette.

Unseren Prüfingenieuren ist es nicht nur wichtig, dass das Fahrzeug die HU besteht, sie geben den Kunden gern auch allgemeine Sicherheitsempfehlungen. Beispielsweise ist darauf zu achten, dass eine Babyschale bzw. ein Kindersitz möglichst auf den Rücksitzen befestigt werden sollte und nicht auf dem Beifahrersitz. Sollte die Babyschale doch einmal auf dem Beifahrersitz platziert werden, muss dann auch der Beifahrer-Airbag ausgeschaltet sein. Auch die korrekte Einstellung der Kopfstützen im Fond ist vielen nicht bewusst, wenn sie auf der Rücksitzbank Platz nehmen.

Weiter Informationen zur HU unter: https://www.tuev-thueringen.de/pk/auto-verkehr/fahrzeugpruefungen-und-tests/hauptuntersuchung/