Um ein Auto in Deutschland für den Straßenverkehr zuzulassen, muss der Halter eine Kfz-Haftpflichtversicherung für sein Fahrzeug abschließen. Diese soll für Schäden aufkommen, die durch den Gebrauch des Kraftfahrzeugs verursacht werden, beispielsweise wenn Dritte bei einem Unfall zu Schaden kommen. Doch wie verhält es sich, wenn der Unfall durch einen Mitfahrer verursacht wird, beispielsweise beim unachtsamen Aussteigen des Beifahrers oder wenn ein Mitfahrer aus irgendeinem Grund ins Lenkrad greift? Verkehrsexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen weiß Rat.

„Im Schadensfall haftet immer dann der Fahrer, wenn ihm ein schuldhaftes Fehlverhalten unterstellt werden kann. Das Straßenverkehrsgesetz kennt aber auch die Halterhaftung, da bei einem Fahrzeug von einer gewissen Betriebsgefahr ausgegangen werden muss. Kommt es also zu einem Defekt am Fahrzeug, den der Fahrer nicht ursächlich herbeigeführt hat, beispielsweise bei einem Ölverlust, tritt die Gefährdungshaftung in Kraft und die Schadenersatzpflicht geht auf den Halter des Fahrzeugs über“, erklärt Leser.

Ein durch einen Mitfahrer verursachter Unfall geht in erster Hinsicht auf Lasten des Fahrers. Er trägt hier die Sorgfaltspflicht. „Egal, ob es sich um ein unachtsames Aussteigen des Beifahrers handelt und dabei ein Fahrradfahrer in Mitleidenschaft gezogen wird oder aber ein Mitfahrer ins Fahrgeschehen eingreifen möchte und es dabei zu einem Unfall kommt, die Fahrzeughoheit liegt hier beim Fahrzeugführer“, so Leser. Auch bei einer solchen verschuldensabhängigen Haftung ist die Kfz-Haftpflichtversicherung für das Fahrzeug eintrittspflichtig und übernimmt den Schaden.