Das Fahren auf tief verschneiten Straßen ist für viele Autofahrer ungewohnt und verlangt ihnen einiges fahrerisches Können ab. Sind die winterlichen Straßenverhältnisse zu extrem, bauen selbst Winterreifen nicht mehr genügend Gripp auf. Ein Weiterkommen ist jetzt nur noch mit Schneeketten möglich. Ob es eine Schneekettenpflicht gibt, was bei der Benutzung zu beachten ist und auf welcher Achse die Schneeketten montiert werden sollten, fasst Fahrzeugexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen zusammen.

„Nicht jeder Autofahrer ist schon einmal mit Schneeketten gefahren oder hat diese montiert. Etwas Übung und Geschick sind dabei durchaus erforderlich, weshalb Autofahrer das Anlegen der Schneeketten schon vor der Fahrt in die Berge und in sicherer Umgebung üben sollten. Findet die Premiere bei Schneesturm am Straßenrand statt, kommt es häufig zu Problemen. Was Vielen nicht bewusst ist: Für Kraftfahrzeuge mit Schneeketten ist auch unter günstigsten Umständen nur eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h zulässig“, erinnert Achmed Leser.

„Generell müssen Schneeketten auf der Antriebsachse montiert werden. Bei Fronttrieblern also auf der Vorderachse und bei heckgetriebenen Fahrzeugen auf der Hinterachse. Bei Allradfahrzeugen hilft ein Blick in die Bedienungsanleitung weiter. Je nach Allradsystem empfehlen die Fahrzeughersteller die Montage auf der Vorder- oder Hinterachse. Den besten Gripp erhält man natürlich, wenn auf beiden Antriebsachsen Schneeketten aufgezogen werden“, verdeutlicht Fahrzeugexperte Leser.

Übrigens kennt die StVO auch eine Schneekettenpflicht. Diese kann durch das von in den meisten Regionen Deutschlands weniger bekannte Verkehrszeichen „Schneeketten vorgeschrieben“ für eine Straße angeordnet sein. So gekennzeichnete Straßenabschnitte dürfen dann nur mit Schneeketten befahren werden. Wer das Schild ignoriert, muss mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen. Wer sich nicht an die maximale Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h beim Fahren mit Schneeketten hält, für den sieht der Bußgeldkatalog je nach Schwere hohe Geldbußen, Fahrverbote und auch Punkte im Flensburger Zentralregister vor.