Heckklappe oder Kofferraumdeckel: worin unterscheiden sich eigentlich vier- und fünftürige Fahrzeuge? In welchen Auto-Kategorien sind diese anzutreffen und welche Vor- und Nachteile haben die unterschiedlichen Konzepte? Achmed Leser vom TÜV Thüringen erklärt den feinen Unterschied.

„Viertürige Fahrzeuge treffen wir vornehmlich bei den klassischen Stufenhecklimousinen an. Hier ist der Fahrgastraum durch die Rückbank komplett vom Kofferraum getrennt. Der Gepäckraum bildet das Heck des Fahrzeugs und schließt stufenartig an Dach und C-Säule an. Der Kofferraumdeckel ist dabei unterhalb der Heckscheibe an der Karosserie angebracht“, verdeutlicht Fahrzeugexperte Achmed Leser. „Viertürer mit Stufenheck sind in Deutschland vor allem bei Fahrzeugen ab der Mittelklasse anzutreffen, es gibt sie aber auch in der Kompaktklasse. In den 80er-Jahren gab es sie auch vereinzelt im Kleinwagensegment“, so Leser.

Spätestens mit dem Siegeszug der SUVs und dem zunehmenden Angebot von Fahrzeugen mit Fließheck haben die Fünftürer unser Straßenbild erobert. „Wir reden von fünftürigen Fahrzeugen, wenn die Heckklappe direkt an der hinteren Dachkante angebracht ist. Diese Bauform ist sowohl bei Fließheckmodellen mit schräger Heckklappe als auch bei klassischen Kombis oder SUVs mit praktisch senkrecht stehender Heckklappe anzutreffen. Es gibt allerdings auch Sonderformen: So haben einige Hersteller in ihren oberen Mittelklasse- und Oberklasse-Modellen Limousinen mit coupéartiger Dachlinie im Programm, bei denen die Heckscheibe in eine große Heckklappe integriert ist. Diese Fahrzeuge kann man ebenfalls zu den Fünftürern zählen“, stellt Achmed Leser fest.  

Der Vorteil des Fünftürers liegt für viele Kunden auf der Hand. „Im Gegensatz zu den relativ kleinen Kofferraumöffnungen eines Viertürers ist der Zugang zum Kofferraum beim fünftürigen Fahrzeug über die komplette Heckklappe möglich. Gerade sperriges Gepäck kann so leichter verstaut werden, auch wenn das Kofferraumvolumen nicht immer größer ausfällt“, meint der Fahrzeugexperte.

Bei der Fahrzeugklassifizierung an sich spielt die Anzahl der Türen generell eine eher untergeordnete Rolle. Hier wird in der Regel nach Fahrzeuggröße, primärem Einsatzzweck und qualitativem Anspruch unterschieden, wobei die Bandbreite vom ebenso günstigen wie sparsamen Kleinstwagen bis hin zum exklusiven Supersportler reicht.