Gerade in den Wintermonaten leiden einige Fahrzeuge unter einer schwächelnden Autobatterie. Minusgrade, Kurzstrecken und zusätzliche elektrische Verbraucher wie Licht oder Sitzheizung belasten die Batterie und können in Summe zu Problemen beim Motorstart führen: Macht die Batterie schlapp, lässt sich der Wagen nicht mehr starten. Allerdings lässt sich dieses Problem durch eine regelmäßige Batteriewartung verhindern: Fahrzeugexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen erklärt, was dabei zu beachten ist und mit welchen Vorkehrungen die Fahrzeugbatterie möglichst lange hält.

„Auch wenn moderne Fahrzeuge heutzutage über sogenannte wartungsfreie Batterien verfügen, bedeutet das nicht, dass man dem Elektrizitätsspeicher keinerlei Aufmerksamkeit mehr schenken muss. Fahrzeugbatterien sind Verschleißteile. Eine schlechte Wartung und Pflege der Batterie kann sich nicht nur negativ auf den Ladezustand auswirken, auch die Lebensdauer der Batterie wird so verkürzt. Autofahrer sollten daher nicht nur im Winter den Zustand der Batterie regelmäßig überprüfen“, so die Empfehlung des Autoexperten Achmed Leser vom TÜV Thüringen.

Viele Kurzstreckenfahrten und lange Standzeiten führen zu einer schleichenden Entladung der Batterie. Gerade im Winter lädt die Lichtmaschine die Batterie weniger stark, da sie die zusätzlich zugeschalteten wintertypischen Verbraucher mitversorgen muss. Fällt die Batteriespannung bei einem 12-Volt-Bordnetz unter 12 Volt, muss die Batterie nachgeladen werden. „Moderne Fahrzeuge zeigen einen kritischen Ladezustand der Batterie an. Wer keine Möglichkeit hat, die Batterie mit einem Ladegerät zu laden, sollte spätesten jetzt eine längere Strecke mit dem Fahrzeug zurücklegen. Unnötige Stromfresser wie Heckscheibenheizung, Radio oder Sitzheizung sollten bei der mindestens 30-minütigen Aufladungsfahrt allerdings ausgeschaltet bleiben. So kann die Lichtmaschine die Batterie schneller wieder aufladen“, meint Achmed Leser.

Die Batteriewartung ist bei modernen Fahrzeugen mit Batteriemanagement und Start-Stopp-Funktion lange nicht mehr so einfach wie bei älteren Fahrzeugen. Wer die Batterie selbst mit einem Ladegerät nachladen möchte, sollte unbedingt die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs und des Ladegeräts beachten, denn das Ladegerät muss zur Batterie passen. Sowohl der Ausbau der Batterie als auch das Laden im eingebauten Zustand sind nicht zu unterschätzen: Bei falscher Handhabung können dabei kostspielige Schäden an der Fahrzeugelektrik entstehen. Daher rät Achmed Leser unversierten Autofahren bei Batterieproblemen lieber Hilfe in einer Fachwerkstatt zu suchen. „Generell müssen beim Hantieren an der Batterie Zündung, Motor und alle elektrischen Verbraucher ausgeschaltet sein. Außerdem sind aufgrund der Verätzungsgefahr immer eine Schutzbrille und säurefeste Handschuhe empfehlenswert“, so Leser. Wird die Batterie abgeklemmt oder ausgebaut, muss diese bei modernen Fahrzeugen danach wieder an das Batteriemanagement angelernt werden. Hierfür ist oftmals Spezialwerkzeug nötig.

Neben der Überprüfung des Ladezustands sollte die Batterie regelmäßig gesäubert werden, wobei Experten mindesten einmal im Jahr eine Reinigung empfehlen. Die Anschlusspole und Kabelklemmen sollten vor Korrosion geschützt werden. Polfett ist dabei weiterhin das Mittel der Wahl: „Das Polfett schützt Pole und Klemmen vor Korrosion. Weiße Oxidschichten an den Batteriepolen sowie Verschmutzungen und Salzablagerungen können Kriechströme verursachen, die wiederum zu einer schleichenden Entladung führen.“