Neuerungen für Aufzugsanlagen gemäß Betriebssicherheitsverordnung 2015

Zentrales Element aller Arbeitsschutz-Verordnungen ist die Gefährdungsbeurteilung

  • §5 Arbeitsschutzgesetz fordert die Gefährdungsbeurteilung für alle Tätigkeiten
  • §3 Betriebssicherheitsverordnung konkretisiert die Gefährdungsbeurteilung für den Bereich der Arbeitsmittel
  • Verantwortlich ist immer der Arbeitgeber

Welche Aufzugsanlagen gehören zu den überwachungsbedürftigen Anlagen?

  • Aufzugsanlagen nach Aufzugsrichtlinie (Personen- und Lastenaufzüge)
  • Aufzugsanlagen nach Maschinenrichtlinie (Bauaufzüge, Behindertenaufzüge)
  • Personenumlaufaufzüge (Paternoster)

Was hat sich bei Prüfungen gegenüber der alten Betriebssicherheitsverordnung geändert?

  • Neue Personen- und Lastenaufzüge werden jetzt vor Inbetriebnahme geprüft.
  • Für alle Aufzugsarten ist eine Prüfung nach prüfpflichtigen Änderungen an den Anlagen erforderlich.
  • Wiederkehrende Prüfungen (Haupt- und Zwischenprüfungen) sind für alle Aufzugsanlagen vorgeschrieben.
  • Bei der Hauptprüfung werden auch alle aufzugsexternen Sicherheitseinrichtungen wie Überdruckbelüftungsanlage oder die Notstromversorgung bei Feuerwehraufzügen geprüft.

Welche Änderungen sind noch dazugekommen?

  • Erstellung eines Notfallplans, Pflicht für alle Anlagen ab 01.06.2016.
  • Erstellung eines Notfallplans für Neuanlagen ist ab sofort Pflicht.
  • Ausnahme:  Für Fassadenbefahranlagen und Baustellenaufzüge ist kein Notfallplan zu erstellen.
  • Der Einbau eines Zweiwege-Kommunikationssystems im Fahrkorb ist für alle Anlagen bis zum 31.12.2020 erforderlich.
  • Das Vorhandensein einer Gefährdungsbeurteilung ist vorgeschrieben. Aus dieser können auf Grund der besonderen Einsatzbedingungen besondere Schutzmaßnahmen hervorgehen, um den Stand der Technik zu entsprechen.
  • Die Gefährdungsbeurteilung muss bei sich wechselnden Betriebsbedingungen  regelmäßig überprüft werden.
  • Die Prüfplakette im Fahrkorb mit Angabe von Monat und Jahr der nächsten Prüfung sowie der prüfenden Stelle wird verpflichtend.
  • Die Prüffristen für Aufzüge, die der Maschinenrichtlinie unterliegen, werden angepasst. Diese beträgt maximal 24 Monate zwischen 2 Hauptprüfungen, dazwischen muss eine Zwischenprüfung erfolgen. Hierunter fallen Bauaufzüge und Behindertenaufzüge größer 3 Meter Förderhöhe.
  • An den Aufzugsanlagen müssen erforderliche Einrichtungen zur Notbefreiung Eingeschlossener vorhanden sein.
  • In Abhängigkeit von Art und Intensität der Nutzung der Anlage sind erforderliche Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen.
  • Bei Ereignissen, Unfällen bzw. beim Versagen sicherheitstechnischer Einrichtungen hat der Arbeitgeber / Verwender die Pflicht zur Meldung an die Behörde.

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