Laubbläser nur für ihren bestimmungsgemäßen Gebrauch verwenden

Arbeitsschutzexperte Ken Hauser vom TÜV Thüringen rät vor allem beim Umgang mit Leitern sowie Schneide- und Sägewerkzeugen zu erhöhter Vorsicht. In deutschen Gärten passieren jedes Jahr schwere Unfälle durch Leitersturz oder Schnittverletzungen.

Wenn im Herbst das Laub fällt, gibt es im Garten viel zu tun. Das restliche Spätobst muss noch abgeerntet, Bäume und Hecken müssen beschnitten, das Laub geharkt  oder Kaminholz für lange Winterabende gesägt werden. Hierbei lauern allerdings auch Gefahren, die zu schweren Unfällen führen können. So ereignen sich allein mit Leitern in Landwirtschaft und Gartenbau jährlich mehr als 4 000 Arbeitsunfälle. Die Zahl der Unfälle im privaten Bereich ist dabei nicht erfasst. „Leitern sind prinzipiell als gefährlich einzustufen. Wenn eine Leiter einmal ins Rutschen gerät, kann der Benutzer nicht mehr viel machen. Ein Absturz ist dann vorprogrammiert“, sagt Ken Hauser, Arbeitsschutzexperte beim TÜV Thüringen. „Um das zu vermeiden, muss auf einen sicheren Stand auf festem Untergrund geachtet werden, bevor die Leiter bestiegen wird. Mit einem Bein auf einem Ast ist kein sicherer Stand gegeben, daher ist es umso wichtiger, beim Arbeiten auf Leitern mit beiden Beinen auf der Sprosse zu stehen. Die drei letzten Stufen sind tabu. Die Gefahr, nach vorn oder zur Seite überzukippen, ist zu groß“, so Hauser. „Eine Leiter zum Beispiel durch ein Spannband zusätzlich zu sichern ist immer sinnvoll“, empfiehlt der Arbeitsschützer. Außerdem sollten Leitern nur für ihren bestimmungsgemäßen Gebrauch verwendet werden. Für das Arbeiten an Bäumen sind Anlegeleitern beziehungsweise die speziell dafür gedachten Obstbaumleitern die beste Wahl.   

Große Gefahren gehen auch von Heckenschneidern und Kettensägen aus, die heutzutage fast zur Standardausrüstung eines jeden Hobbygärtners zählen. Ken Hauser rät: „Auch wenn die Bedienung noch so einfach erscheint, als Erstes sollte die Bedienungsanleitung durchgelesen werden. Die Sicherheitshinweise des Herstellers sind unbedingt zu beachten.“ Auch hier gilt, die Geräte nur für ihren bestimmungsgemäßen Gebrauch zu benutzen. Zum eigenen Schutz empfiehlt sich Schutzbrille, Schutzhandschuhe, Schnittschutzhose und Sicherheitsschuhwerk. „Wer hier an der Sicherheitsausrüstung spart, riskiert im Falle eines Falles schwere Verletzungen“, warnt Hauser.       

Im Herbst gehört es auch zu den Pflichten eines Gartenbesitzers, letztmalig im Jahr den Rasen zu mähen. Dabei sollten Hobbygärtner ebenfalls die bekannten Sicherheitshinweise beachten. Schnell können Steine oder Aststückchen weggeschleudert und so zu gefährlichen Geschossen werden. Dass beim Rasenmähen mit elektrischen Geräten auf die Kabelführung zu achten ist, wissen die meisten, trotzdem passieren auch hierbei immer wieder Unfälle durch Unachtsamkeit. Besondere Vorsicht ist bei den Kantenschneidern walten zu lassen. Gerade bei denen, die mit einem Messer ausgestattet sind. Hauser empfiehlt, auch für das Rasenmähen Sicherheitsschuhwerk zu tragen.

Viele Gartengeräte wie Rasenmäher, Laubsauger oder Laubbläser, Heckenscheren und Kettensägen verursachen einen zum Teil erheblichen Lärmpegel. Der Arbeitsschützer Hauser empfiehlt für diese Geräte, einen Gehörschutz zu tragen und auf Anwohner und Nachbarn Rücksicht zu nehmen. „Für das Arbeiten mit motorgetriebenen Gartengeräten sind unbedingt die gesetzlichen Bestimmungen zu beachten. Hierzu regeln verschiedene Gesetze und Verordnungen die Zeiten für den Gebrauch. Diese können von Ort zu Ort unterschiedlich sein“, so Ken Hauser. So mancher Laubbläser kann es übrigens in Sachen Lärmerzeugung locker mit einem Presslufthammer aufnehmen. 

TÜV Thüringen – Mit Sicherheit in guten Händen!

Als international tätiges Dienstleistungsunternehmen mit Stammsitz in Erfurt sorgt der TÜV Thüringen für Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit. Dazu sind in den Geschäftsfeldern Anlagen und Produkte, Fahrzeug und Mobilität, Qualifizierung sowie Zertifizierung mehr als 1 000 Mitarbeiter weltweit tätig, davon mehr als 600 in Deutschland. Die Experten, Ingenieure und Sachverständigen des TÜV Thüringen arbeiten zum Vorteil aller Branchen, privater Kunden und der öffentlichen Hand. In Deutschland ist der TÜV Thüringen mit elf großen Standorten in Berlin, Bayern, Hessen, Sachsen und Thüringen sowie mit zahlreichen Kfz-Prüfstationen in Thüringen vertreten.